«Duell aktuell»

Giezendanner schlägt im Final-Duell Egerszegi klar

Nationalrat Ulrich Giezendanner (SVP) und Ständeratin Christine Egerszegi (FDP)

Die Ständeratskandidaten der «Duell aktuell»-Finalrunde:

Nationalrat Ulrich Giezendanner (SVP) und Ständeratin Christine Egerszegi (FDP)

In der Final-Sendung des Ständeratsduells auf Tele M1 hat SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner die Zuschauer mehr überzeugt als die amtierende FDP-Ständerätin Christine Egerszegi.

Wie bei jedem Duell konnten die Zuschauer per SMS oder online für ihren Favoriten abstimmen. Und sie haben mehrheitlich für Ulrich Giezendanner gevotet. Der SVP-Politiker setzte sich mit knapp 62 Prozent gegen Christine Egerszegi (38 Prozent) klar durch. Abgestimmt haben knapp 1400 Personen.

Die Umfragen zu den Ständeratswahlen jedoch verheissen nichts gutes für Giezendanner: Der Rothrister Fuhrhalter liegt demnach hinter Pascale Bruderer (SP) und Christine Egerszegi (FDP) zurück. Das spornt «Giezi» an. Man habe ihm geraten, gemässigter aufzutreten, als man es von ihm gewohnt ist, sagte Giezendanner der az. Das sei ein Fehler gewesen. Jetzt gibt er wieder Vollgas.

Ein spannendes, letztes Duell

Christine Egerszegi ist als Bisherige auf den Plakatwänden deutlich weniger präsent als Giezendanner. Diesen Umstand nahm der Moderator und stellvertretende az-Chefredaktor Werner De Schepper zum Anlass, Egerszegis Wahlkampfgeist in Frage zu stellen. Diesen Vorwurf wies die Ständerätin deutlich zurück. Statt auf Plakate setze sie mehr auf den direkten Kontakt mit den Wählerinnen und Wählern. Diese Begegnungen erachte sie als gleich wirksam wie Plakate.

Mangelnde Präsenz auf Plakaten und Podien kann man Giezendanner schwerlich vorwerfen. Dennoch wurde auch sein Wahlkampf kritisch unter die Lupe genommen. Der omnipräsente Slogan «Zuwanderung begrenzen» sei ungewohnt für den Nationalrat, der sich bisher als Verkehrspolitiker profiliert habe, sagte De Schepper und wollte wissen: «Haben Sie sich ins Einheitskorsett der SVP zwängen lassen?». Diese Kritik parierte Giezendanner gelassen aber bestimmt: «Ich bin kein Einthemenpolitiker. Als Nationalrat greife ich die Themen auf, die dem Volk wichtig sind.»

Angesprochen auf seine anfänglich zaghafte Unterstützung für die SVP-Zuwanderungsinitiative, meinte Giezendanner: «Zu Beginn war ich skeptisch, doch jetzt unterstütze ich die Initiative voll und ganz. In Bern bin ich schliesslich Politiker und nicht Unternehmer.»

Egerszegi nutzte die Gelegenheit, um sich für die Personenfreizügigkeit einzusetzen. Die Wirtschaft brauche die ausländischen Arbeitskräfte, die schliesslich über Arbeitsvertrag und Wohnsitz verfügen müssten, sagte sie.

An der Einwanderungsfrage schieden sich die Geister im letzten «Duell aktuell». Dennoch sagte Giezendanner, dass er sich eine ungeteilte bürgerliche Standesstimme erhoffe. Dabei hob er seine freundschaftliche Beziehung zu Egerszegi hervor. Vom oft zitierten Unterschied zwischen Stände- und Nationalrat hält er allerdings wenig. Diese Unterscheidung sei scheinheilig. Schliesslich würden beide Räte über die gleichen Vorlagen befinden. Damit war Egerszegi nicht einverstanden. Sie betonte, dass im Ständerat eine andere Politik betrieben werde, da die Kommissionen kleiner seien. «Giezendanner würde noch lernen, wie der Ständerat funktioniert», prophezeite sie.

Zum Schluss wollte der Moderator noch wissen, wie die beiden Kandidaten zu einer Einheitskrankenkasse stehen würden. Während Giezendanner eine solche klar ablehnt, zeigte Egerszegi Sympathien für die Initiative, weil sie den Druck auf die Versicherer erhöhe. In dieser Argumentation sah Giezendanner sofort Parallelen zur Zuwanderungsinitiative. «Damit erhöhen wir auch den Druck auf den Bundesrat», sagte er und setzte mit seinem Wahlkampf-Thema den Schlusspunkt unter das letzte «Duell aktuell» zu den Ständeratswahlen.

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