Stellenabbau bei Alstom
Gewerkschaften über Treffen mit Alstom-Führung enttäuscht

Erstmals haben sich Alstom und die Arbeitnehmervertreter wegen des geplanten Stellenabbaus an den Standorten Baden und Birr zu einer Sitzung getroffen. Neues zum Abbau wurde allerdings nicht bekannt.

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Alstom habe leider Informationen verweigert, die über das Bekannte hinausgehen würden, teilte die Arbeitnehmerorganisation Angestellte Schweiz am Dienstag nach dem Treffen in Zürich mit. Der Konzern habe vor allem das bevorstehende europäische Verfahren erklärt.

Er sei vom Verlauf des Treffens «enttäuscht», sagte Stefan Studer, Geschäftsführer der Arbeitnehmerorganisation, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. «Man gab sich Mühe, aber man fand sich nicht.»

Alstom: «Türe ist offen»

Daniel Schmid, Mediensprecher vom Alstom Schweiz, sagte auf Anfrage, man suche eine enge Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern und den Behörden. Es sollten alle Möglichkeiten geprüft werden. «Die Türe ist nicht zu, sondern weit offen», sagte Schmid.

Der französische Industriekonzern Alstom will in den Werken Baden und Birr bis zu 750 der 6200 Stellen streichen, wie vergangene Woche angekündigt wurde. Weltweit sollen 4000 Stellen gestrichen werden.

Der Abbau beim grössten privaten Arbeitgeber im Kanton Aargau könnte jedoch höher ausfallen als befürchtet. Andreas Koopmann, Verwaltungsratspräsident von Alstom Schweiz, hatte am Wochenende den Abbau von 750 Stellen als das «ungefähre Maxium» bezeichnet.

Der Verwaltungsratspräsident nahm am Dienstag am Treffen mit den Arbeitnehmervertretern in Zürich am Sitz des Industrieverbandes Swissmem teil. Mit dabei waren auch Vertreter der Gewerkschaften Unia und Synia.

Europäischer Betriebsrat tagt nächste Woche

Als nächsten Schritt wird sich der Europäische Betriebsrat mit dem Stellenabbau befassen. Das Treffen wird am kommenden Montag und Dienstag in Baden stattfinden. Alstom Power Schweiz wird mit zwei Vertretern dabei sein.

Die Konzernleitung wird gemäss Mediensprecher Schmid die Vertreter offiziell über den Stellenabbau informieren. Danach starte das mehrere Wochen dauernde Konsultationsverfahren. Während dieser Zeit können Vorschläge zur Rettung der gefährdeten Jobs und Alternativen wie Kurzarbeit vorgeschlagen werden.

Es werde erwartet, dass sich der Europäische Betriebsrat im gleichen Mass für die Arbeitsplätze in der Schweiz stark machen werde wie für die Jobs in anderen Ländern, hielt die Organisation Angestellte Schweiz fest.