Gesundheitswesen
Warum kein Bonus für Covid-19-Impfung?

Derzeit wird intensiv diskutiert, wie man die Impfquote gerade im Gesundheitswesen erhöhen kann. Über vieles wird gesprochen, doch die Möglichkeit eines Bonus fürs Impfen scheint ein Tabu zu sein.

Mathias Küng
Mathias Küng
Merken
Drucken
Teilen
Die tiefe Impfquote in der Schweiz gerade im Gesundheitswesen ist ein Problem.

Die tiefe Impfquote in der Schweiz gerade im Gesundheitswesen ist ein Problem.

Martial Trezzini / KEYSTONE

Der französische Staatspräsident Macron will alle Mitarbeitenden im Gesundheitswesen zur Covid-19-Impfung verpflichten. So ein Zwang hat in der Schweiz aus guten Gründen keine Chance. Doch die Impfquote ist auch hier sehr tief. Wir haben ein echtes Problem. Reicht es wirklich, «bloss» immer und immer wieder mit den besten Argumenten zu informieren und zu überzeugen, um die Impfquote im Gesundheitswesen zu erhöhen? Ich finde Nein. Wir müssen endlich über eine zusätzliche Möglichkeit reden.

In der Zürcher Behinderteninstitution Altried mit ihren geschützten Arbeitsplätzen wohnen 170 Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen . Dort bekommen Mitarbeitende seit Jahren 200 Franken, wenn sie sich gegen die saisonale Grippe impfen lassen, jetzt auch gegen Covid-19. Laut Geschäftsleitung beträgt die Impfquote bei ihren Mitarbeitenden 80 Prozent. Weit mehr also als anderswo.

Darauf angesprochen, heisst es in vielen Institutionen, man wolle und könne die eigenen Mitarbeitenden nicht «kaufen». Mit Verlaub: Mit einem kleinen Bonus von 200 Franken lässt sich niemand «kaufen». Aber offensichtlich reicht dieser kleine Zustupf, um Unentschlossene zur Impfung zu motivieren. Das ist es doch, was letztlich zählt: Dass möglichst viele Pflegende und damit auch die ihnen anvertrauten Menschen möglichst gut geschützt sind. Das sollte uns 200 Franken wert sein.