Gesundheitsstatistik 2020
Kürzere Aufenthalte in Spitälern – aber mehr Todesfälle in Altersheimen

Die Aargauer Gesundheitsstatistiken 2020 zeigen: Mehr als die Hälfte der Eintritte in ein Akutspital sind notfallmässig, die Zahl der Hospitalisierungen in Spitälern sinkt, der Pflegebedarf beim Eintritt in ein Alters- oder Pflegeheim und die Spitex-Leistungen nehmen weiter zu.

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Patientinnen und Patienten verbringen durchschnittlich weniger Zeit in Spitälern.

Patientinnen und Patienten verbringen durchschnittlich weniger Zeit in Spitälern.

Rolf Jenni

Neue Statistiken geben einen Überblick über die Tätigkeit in den Kliniken und über die Pflege sowie die Unterstützung der Menschen im Kanton Aargau. Wie der Kanton Aargau am Donnerstag mitteilt, wurden darin die Themen Finanzen, Mitarbeitende sowie Klientinnen und Klienten beleuchtet.

Zum ersten Mal seit 2014 ist die Zahl der Pflegetage in den Aargauer Kliniken niedriger ist als im Vorjahr. Dies allerdings nur wenig: Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Patientinnen und Patienten bleibe 2020 in etwa auf Vorjahresniveau.

In Akutspitälern habe sich die Aufenthaltsdauer seit dem Jahr 2001 um einen Drittel von 10 auf 6 Tage verkürzt, in psychiatrischen Kliniken um knapp die Hälfte von 72 auf 40 Tage. Dahingegen liegt die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in Rehabilitationskliniken relativ konstant zwischen 27 und 30 Tagen.

Knapp 44 Prozent der Spitaleintritte seien notfallmässig. Das entspricht dem Vorjahresniveau. Während der Anteil der notfallmässigen Eintritte in Rehabilitationskliniken erwartungsgemäss gering ist, waren es in Akutspitälern immerhin gut die Hälfte (51,3 Prozent), in den psychiatrischen Kliniken sogar 61,2 Prozent.

Corona-Effekt in Alters- und Pflegeheimen

Das Jahr 2020 war stark von der Coronavirus-Pandemie geprägt. Das zeigt sich auch in der Statistik der Todesfälle in Alters- und Pflegeheimen. Dort stiegen die Zahlen verglichen mit dem Vorjahr um 13,2 Prozent auf 2612. Am stärksten ist der Anstieg bei den über 95-Jährigen mit einem Plus von 33,8 Prozent auf 364 Todesfälle. Einzig in der Gruppe der unter 65-Jährigen blieb die Zahl der Todesfälle unverändert.

Auch die verrechneten Stunden für pflegerische und hauswirtschaftliche Spitex-Leistungen stiegen im letzten Jahr. Dies um gut 2 Prozent, also 30‘432 Stunden. Seit dem Jahr 2006 beträgt der Anstieg 895‘158 Stunden (+144,5 Prozent). (phh)

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