Geothermie

Geothermie: Regierung ist vorsichtig optimistisch

Eine Geothermie-Erkundungsbohrung (Symbolbild)

Die Axpo plant, langfristig eigene Geothermie-Kraftwerke in der Schweiz zu betreiben. Das teilt der Aargauer Regierungsrat in der Beantwortung einer Interpellation von FDP-Fraktionschef Daniel Heller (Erlinsbach) mit.

Für die Axpo sei die Geothermie neben der Wasserkraft die erneuerbare Energie mit dem grössten Potenzial in der Schweiz, heisst es in der Antwort des Regierungsrats. Sie ist am Kraftwerk in Taufkirchen (D) beteiligt, das 2013 mit einer Stromproduktion von 37 Gigawattstunden pro Jahr in Betrieb genommen werden soll.

Obwohl mit dieser Beteiligung und einem eigenen Axpo-Kompetenzzentrum die Grundlagen für Geothermie-Kraftwerke auch in der Schweiz geschaffen werden sollen, ist die Regierung alles in allem doch eher vorsichtig optimistisch, was die Nutzung dieser erneuerbaren Energie betrifft. Die Geothermie berge wohl grosses Potenzial für die Wärme- wie auch für die Stromerzeugung, sie beinhalte aber auch noch erhebliche technologische Unsicherheiten.

Keine zuverlässigen Aussagen über Potenzial

Zuverlässige Aussagen über das wirtschaftlich nutzbare Potenzial zur Stromerzeugung liessen sich nicht machen, so der Regierungsrat in seiner Stellungnahme zum Vorstoss des Freisinnigen. Grundsätzlich ist festzuhalten: Der Aargau ist aufgrund des überdurchschnittlichen Wärmeflusses für die Nutzung von Geothermie gut positioniert. Der vermehrte Einsatz von Geothermie ist denn auch Bestandteil der vom Grossen Rat 2006 beschlossenen Gesamtenergiestrategie, und im neuen Richtplan ist die Unterstützung der Tiefengeothermie-Nutzung durch den Kanton vorgesehen.

Der Regierungsrat äussert sich nicht konkret und namentlich zur Standortsuche für potenzielle Geothermie-Kraftwerke. Klar vorzuziehen sei aber eine kombinierte Nutzung von Strom und Wärme, da der Wirkungsgrad von geothermischen Kraftwerken mit 10 bis 15 Prozent relativ gering ist und bei der Stromproduktion viel Abwärme anfällt.

Will heissen: Es kommen in erster Linie Anlagestandorte infrage, wo auch ein grosses Fernwärmenetz oder andere Wärmeverbraucher vorhanden sind. Dieser Aspekt werde von Projekt-Initianten in Betracht gezogen werden müssen, so der Regierungsrat. Da die Nutzung der Tiefenwärme nicht vertikal unter dem Bohrstandort liegen müsse, könne man davon ausgehen, dass die Abwärme der Geothermie auch durch bereits bestehende Fernwärmenetze genutzt werden könnte.

Regierung will Machbarkeitsstudien unterstützen

Interpellant Heller regt in seinem Vorstoss auch kantonseigene Investitionen in Geothermieprojekte im Rahmen der Energieversorgungsstrategie an. Genannt werden finanzielle/steuerliche Anreize oder eine aktive Beteiligung an Forschungsprogrammen im Rahmen der neuen Hightech-Strategie. Hier zeigt sich die Regierung zurückhaltend. Man unterstütze Machbarkeitsstudien im Rahmen der bewilligten Mittel.

Ob ein weiteres Engagement im Interesse des Kantons wäre und die dafür notwendigen Mittel vom Grossen Rat bewilligt würden, werde sich erst noch zeigen müssen. Sicher verfüge der Kanton nicht über das Know-how, um selber Geothermiekraftwerke zu bauen. (mou)

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