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Der Schwarze Turm wird zur «Kinderstube»

Die Stadt Brugg ist nicht nur attraktiv zum Wohnen und Arbeiten, die Stadt setzt sich auch für naturnahe Projekte und Biodiversität ein. Aktuell können etwa Mauersegler, die im Schwarzen Turm brüten, über eine Webcam beobachtet werden. Dieses Projekt wird in Zusammenarbeit mit BirdLife Brugg und Umgebung realisiert.

Erstellt im Auftrag der Stadt Brugg
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Der Mauersegler hat sich perfekt an ein Leben in der Luft angepasst.

Der Mauersegler hat sich perfekt an ein Leben in der Luft angepasst.

Die Landschaftskommission Brugg kümmert sich mit der Unterstützung von Naturvereinen um die zahlreichen schützenswerten Landschaften in der Stadt Brugg. Mit dem Wasserschloss, den Auengebieten und dem Bruggerberg sind vor Ort seltene und wertvolle Lebensräume vorhanden, die ein weites Spektrum an Flora und Fauna beherbergen. Diese Lebensräume sind neu digital erfasst, um sie optimal zu unterhalten. Damit die Einwohnerinnen und Einwohner von Brugg mehr über unsere Naturgebiete und Naturstationen erfahren können, wird die Karte mit den Natur- und Landschaftsinventaren auf der Website der Stadt Brugg (www.i-map.ch/brugg_public/ Haken bei Natur- und Landschaftsinventar setzen) veröffentlicht. Auf der Karte ist unter anderem zu sehen, wo sich Mauerseglerkolonien, Obstbaumgärten, artenreiche Wiesen und andere geschützte Zonen befinden.

Der Schwarze Turm wird von Mauerseglern gerne als Brutstätte genutzt.

Der Schwarze Turm wird von Mauerseglern gerne als Brutstätte genutzt.

Gefiederte Gäste im Schwarzen Turm

«Viele Brutplätze der Mauersegler, eine nach dem Bundesnaturschutzgesetz ­geschützte Art, sind bedroht», sagt Gertrud Hartmeier, Co-Präsidentin von BirdLife Brugg und Umgebung. Denn sie nisten mit Vorliebe unter den Dachsparren beziehungsweise Dachziegeln von Kirchen und Türmen oder alten Privathäusern. Und sie kommen alle Jahre wieder zum gleichen Brutplatz zurück. «Bei der Renovation solcher privaten Gebäude wird der Dachstock häufig ausgebaut. Das hat zur Folge, dass die Nistplätze verloren gehen», sagt Hartmeier. Umso wichtiger sei deshalb die Zusammenarbeit mit den Behörden und den Bauämtern. So könne im Vorfeld ein idealer Zeitpunkt für die Sanierung festgelegt und wenn möglich auch die Platzierung von alternativen Nistplätzen am Haus thematisiert werden. Denn der Schutz gilt nicht nur für die Vögel selbst, sondern auch für Brutstätten und Gelege. «Wer Mauersegler beherbergt, hat in der Regel Ruhe vor lästigen Stechmücken, Fliegen und was sonst noch so herumschwirrt», sagt die Co-Präsidentin schmunzelnd. Denn die kleinen Segler ernähren sich ausschliesslich von Fluginsekten. Und so dürfe man sich eigentlich glücklich schätzen, solche Vögel als Untermieter zu haben. Zudem sind es sehr saubere Tiere, die beim Versäubern keine Verschmutzung an der Fassade verursachen.

Ob die Luft rein ist, um einmal kurz auszufliegen?

Ob die Luft rein ist, um einmal kurz auszufliegen?

Küken von der Kolonie in Königsfelden.

Küken von der Kolonie in Königsfelden.

Webcam zeigt drei Jungvögel

Die Mauersegler sind von Ende April bis Anfang September in unserer Gegend anzutreffen – ansonsten ist Afrika ihr Zuhause. Im Sommer kommen auch die Jungen zur Welt. Im Schwarzen Turm in Brugg brüten aktuell um die 30 Paare. An der Nordfassade wurden Nistkästen eingebaut, die aber nicht zugänglich sind. Es gibt auch Brutplätze in den Schiessscharten, die von innen betreut werden können. Dort ist bei einer dank der Webcam zu sehen, dass aktuell drei Jungvögel aufgezogen werden. Um die Tiere nicht unnötig zu stören, verzichtet man auf einen Augenschein vor Ort, sondern verfolgt die Aufzucht über eine Kamera. «Allerdings sind nicht alle Brutplätze einsehbar, weshalb wir nicht genau wissen, wie viele Vögel am Brüten sind», betont Hartmeier. Normalerweise legt ein Mauerseglerweibchen eins bis drei Eier. Die geschlüpften Jungtiere werden fleissig mit Nahrung versorgt. Bei längeren Regenphasen, in der die Insekten nicht fliegen, wird es schwierig, an Futter zu kommen. Dann weichen die Eltern dem Regen aus, und die Jungen verfallen in eine Hungerstarre. Dauert diese zu lange, kann es zu ­Todesfällen kommen. «Eine weitere Gefahr besteht darin, dass es unter dem Dach sehr heiss werden kann. Um dieser Hitze zu entfliehen, verlassen immer wieder noch gar nicht flügge Segler das Nest, stürzen ab und verenden. Es komme aber auch vor, dass ein solches Jungtier zu einer Vogelpflegestation gebracht wird. Im Aargau gibt es drei davon: je eine in Lenzburg, Möhlin und Oftringen. «Wir versuchen dann, den Findling einem Brutpaar ‹unterzujubeln›, das etwa gleich alten Nachwuchs aufzieht, was meist gelingt», sagt Hartmeier. Ein ausgewachsener Mauersegler kann eine Flügelspannweite von bis zu 44 Zentimetern aufweisen und bis zehn Jahre alt werden. BirdLife Brugg und Umgebung ist eine Sektion von BirdLife Aargau und setzt sich in dieser Funktion für allgemeine Umweltbelange ein, in erster ­Linie jedoch für Vögel. Diese Tierart soll geschützt und deren Population gefördert werden. Zusätzlich setzt sich der Verein auch für die Neophythenbekämpfung ein und bietet alle zwei Jahre einen ornithologischen Grundkurs für Interessierte sowie ein abwechslungsreiches Exkursionsprogramm an. Zudem ist der Verein in der Landschaftskommission der Stadt Brugg vertreten.