Amtsbezeichnung
Gemeinden halten nicht mehr am Landammann fest - Der Kanton schon

Der Name «Gemeindeammann» sei veraltet, finden einige Gemeinden im Kanton Aargau. Sie ändern in Eigenregie per Gemeinderatentscheid die Amtsbezeichnung. Dies verstösst aber gegen den politischen Entscheid des Grossen Rates.

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Keine Gemeindepräsidenten

Keine Gemeindepräsidenten

Aargauer Zeitung

In manchen Gemeinden im Kanton Aargau wird ein «Gemeindeammann» zum «Gemeindepräsidenten» und eine «Frau Gemeindeammann» zur «Gemeindepräsidentin». Obwohl der Kanton immer noch an der alten Bezeichnung festhält, haben dies bereits mehrere Gemeinden geändert.

So beispielsweise Brunegg, Suhr, Mettauertal und Erlinsbach AG. Auch Kaiseraugst zieht ab Januar 2011 nach, meldet Radio DRS. «Gemeindeammann ist einfach nicht mehr zeitgemäss», sagt Roger Rehmann, Gemeindeschreiber von Kaiseraugst, im Gespräch mit der az. Ausserdem sei die Gemeinde nach Basel ausgerichtet, wo nur wenige wissen, was ein Gemeindeammann ist. Man kenne diese Bezeichnung in der Region nicht wirklich, meint Rehmann.

«Ohne kantonale Rechtsgrundlage»

Diskutiert wurde eine kantonale Änderung auch im Grossen Rat, scheiterte am 21. September aber kläglich. Das zweite Paket der Gemeindereform Aargau (GeRAG) sah eine Rechtsänderung vor, welche die Gemeindefunktionen offiziell neu bezeichnet hätte. Wenn Gemeinden nun ihren Gemeindeammann umbenennen, ignorieren sie einen politischen Entscheid. Die Gemeinden agieren «ohne kantonale Rechtsgrundlage», meint Walter Mischler, Leiter der Gemeindeabteilung.«Rechtlich gilt Ammann und Vizeammann, daran hat sich nichts geändert».

Walter Mischler wird die neuen Gemeindepräsidenten darum auch künftig als Gemeindeammann anschreiben. Wie lange noch, ist ungewiss. Das entscheidet die Politik. (lds)

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