Aargau
Geht es den Zähnen der Sozialbezüger viel zu gut?

Sozialhilfebezüger würden teilweise eine viel bessere Zahnbehandlung geniessen, als diejenigen Patienten, die alles aus eigener Tasche zahlen. Deshalb haben die vier Vertrauenszahnärzte des Kantons Aargau auf Ende 2010 gekündigt – und zwar auf einen Schlag.

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Sozialhilfeempfänger können sich oft eine Behandlung beim Zahnarzt nicht leisten, weshalb der Kanton dies berappen muss. Damit aber nicht jeder Patient seine Beisserchen wahlweise verschönern lassen kann, beurteilen Vertrauenszahnärzte die Kostenanschläge und Berechnungen.

In den letzten Jahren sind diese Kosten aber massiv gestiegen, Zahnärzte sprechen gar von Luxusmedizin in der Zahnbehandlung.

Dagegen wehren sich nun die vier bisherigen Vertrauenszahnärzte und treten allesamt das Amt ab.

«Es darf nicht sein, dass die Zähne eines Sozialunterstützten besser saniert sind, als bei einem, der alles selber bezahlt», sagt Zahnarzt Dominik Burkart zu «Tele M1». «Es muss nicht immer ein Bentley oder Ferrari sein, es reicht auch ein VW.» Ein Patient müsse mit dem Ergebnis der Zahnbehandlung essen können, so Burhard. Darüber hinaus müsse es natürlich auch ästhetisch vertretbar sein.

Burkhard fordert die Einführung eines Sozialstandards. Die Behandlungen, die bei einem Sozialhilfebezüger durchgeführt würden, müssten auch von jedem Normalverdiener bezahlt werden können.
Der Kanton nimmt den Abbgang der Vertrauensärze zur Kenntis, will gegenüber «Tele M1» aber nicht weiter Stellung beziehen. Nun übernimmt der Kantonszahnarzt die Aufgaben. (lds)