Jagdsaison
Geht es den Aargauer Füchsen nun an den Kragen?

Die Jagdvereine des Kantons blasen zur Jagd und haben Rehwild, Wildschweine und Füchse im Visier. Was ist dieses Jahr von der Jagd zu erwarten, und steht der «Kulturfolger» Fuchs diese Saison besonders auf der Abschussliste?

Kim Ghilardi
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Ein im Tellquartier erlegter Fuchs
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Der Fuchs zeigt keine Scheu.
Der Fuchs als Kulturfolger
Fuchs klaut Schuh
All das hat der diebische Fuchs gestohlen

Ein im Tellquartier erlegter Fuchs

Zur Verfügung gestellt

Im Kanton Aargau hallt das Jagdhorn durch die Wälder und 2000 Jägerinnen, Jäger und Jagdgäste blasen zur Jagd. Eine ganz normale Saison für den Kanton, oder ist es 2012 anders? In den Medien ist regelmässig vom Fuchs zu lesen, der dem Menschen angeblich immer näher kommt.

Der Fuchs heisst jetzt Kulturfolger

Das Tier, dass womöglich dieses speziell zu fürchten hat, ist der Rotfuchs. Vom 16. Juni bis Ende Februar wird Jagd auf Meister Reineke gemacht. Der Grund: Im letzten Jahr war vermehrt von Füchsen zu lesen, die sich in Dörfern und Städten herum schlichen. Dabei bezeichnet man die Tiere als «Kulturfolger», das heisst sie passen sich an die Lebensräume der Menschen an und ernähren sich von Abfall. Viele Menschen befürchten, dass sie oder ihre Haustiere sich bei den Füchsen mit Krankheiten wie Bandwürmern oder Räude anstecken könnten.

Jagen im Kanton Aargau

Der Kanton Aargau ist in 210 Jagdreviere aufgeteilt, Jagdgesellschaften bezahlen Pachtzins um dort zu Jagen. Wärend man für Rehwild eine betimmte Anzahl (Kontingent) jagen muss, ist es bei Fuchs und Wildschwein frei.

2011 wurden so 4'889 Rehe, 2'425 Füchse, 740 Wildschweine und 3'067 Vögel geschossen.

Für das Rehwild werden in der jetztigen Saison häufig Treibjagden durchgeführt, um die Kontingente der jeweiligen Reviere zu erfüllen.

Die Fricktaler Zeitung berichtete, dass die Bevölkerung im Fricktal und in angrenzenden Gebieten immer häufiger unter Füchsen zu leiden hat. Erich Schmid, Sekretär des Aargauer Jagdschutzvereins, bestätigt die Problematik: «Füchse sind bekanntlich sehr schlaue Tiere. Sie merken, wenn es in den Dörfern Nahrung gibt und dass sie dort weniger gejagt werden.» Schmied nennt die Annäherung an den Menschen deshalb ein allgemeines Problem, auch im Fricktal macht man sich deswegen Gedanken.

Stärkere Jagd auf den Fuchs?

Sorgt die zunehmende Aufmerksamkeit auf den Kulturfolger und die Angst vor Krankheiten dazu, dass der Fuchs im laufenden Jahr stärker gejagt wird?

Dominik Thiel von der Sektion Jagd und Fischerei Kanton Aargau entwarnt: «Erstens ist die Klage, dass sich Füchse und Wildtiere vermehrt in bewohntem Gebiet zeigen uralt und zweitens ist die Population wegen grassierenden Krankheiten im Moment eher niedrig». Einen speziellen Fokus auf die klugen Tiere gibt es demnach nicht, auch wenn sich Fuchs und Mensch teilweise sehr nah kommen. Die Annäherungen an die Menschen entstehen durch den zunehmenden Überlebensdruck, die Population stärker auszudünnen würde diesen nur erhöhen.

Wildschweine sind arme Säue

Viel schlechter haben es die Wildschweine. Für sie ist kein Kontingent festgelegt: «Wildschweine kann man nicht genug erwischen», sagt Thiel. Die Schweine sind den Bauern und den Grundstückbesitzern ein Dorn im Auge, mit ihrer Wühl- und Fresslust können sie an Feldern und Kulturen grossen Schaden anrichten, man ist deshalb froh, wenn die Jäger viele erwischen.

Abschuss von Rehwild genau geregelt
Der Abschuss von Rehwild ist hingegen geregelt, denn das Abschusskontingent für die Tiere ist im Aargau genau berechnet und festgelegt, auch dieses Jahr wird die Limite bei rund 5000 Tieren liegen. Dabei ist pro Revier genau festgelegt wie viele Tiere gejagt werden sollen, 53 im Revier Obersiggenthal, 24 in Spreitenbach, 6 Tiere in Stein und so weiter. Für jedes Revier wird die erlaubte Menge alle zwei Jahre berechnet. Im Gegensatz zur Jagd auf andere Tiere muss man sich hier offenbar an Regeln halten.

Im Kanton Aargau sind rund 2000 Jägerinnen, Jäger und Jagdgäste in 210 bejagbaren Revieren unterwegs. Neben der Bestandesregulierung mit vorgegeben Abschusszahlen haben sie jährlich fast 3000 Stück Fallwild, meist Verkehrsopfer, zu bergen.