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GC-Exil: Emmener entscheiden über das Schicksal des Rekordmeisters

Das Gersag-Stadion zu Emmenbrücke: Spielt GC nächste Saison hier?

Das Gersag-Stadion zu Emmenbrücke: Spielt GC nächste Saison hier?

Das Tuch zwischen GC und der Stadt Zürich scheint zerschnitten. Nun sucht der Rekordmeister eine neue Heimat und trifft im Aargau auf Widerstand. Nicht so in Emmen. Dort wird der Verein mit offenen Armen empfangen.

GC sucht ein neues Dach über dem Kopf. Dieses Unterfangen gestaltet sich jedoch schwieriger als erwartet. Der 27-fache Schweizer Fussballmeister ist daran interessiert, ab nächster Saison seine Heimspiele in der Super League auf dem Aarauer Brügglifeld auszutragen. Das Problem: Das baufällige Stadion liegt auf dem Hoheitsgebiet der Gemeinde Suhr. Deren Gemeindeammann Beat Rüetschi bekräftigte unlängst, den Umzug des einstigen Nobelklubs auf das Brügglifeld verhindern zu wollen (az berichtete).

Im Vergleich dazu werden die Grasshoppers in der Luzerner Gemeinde Emmen mit offenen Armen empfangen. Ein Gemeindesprecher bestätigt auf Anfrage: Es liegt seitens des Rekordmeisters eine offizielle Anfrage vor, die Heimspiele nächste Saison im Gersag-Stadion zu Emmenbrücke austragen zu dürfen. Ausserdem hätten bereits Treffen zwischen der Vereinsführung und einem Gemeinde-Delegierten stattgefunden. «Jetzt suchen wir einen Termin mit der GC-Führung. Bei diesem Meeting werden wir den Verantwortlichen unsere Bedingungen nennen», sagt Gemeinderat Urs Dickerhof.

Emmener Bevölkerung entscheidet

Sollte GC nach dieser Sitzung weiter am Standort Gersag interessiert sein, müsse GC bei der Gemeinde Emmen das offizielle Bewilligungsverfahren einleiten. Dieses beinhalte laut Dickerhof ein Baubewilligungsverfahren für die Konstruktion eines Super-League-tauglichen Stadions, und eines Sicherheits- sowie Verkehrskonzeptes.

Dickerhof stellt überdies in Aussicht, dass GC sämtliche baulichen Massnahmen, welche der FC Luzern für das Provisorium Gersag bereits getroffen habe, übernehmen könnte. «Nichtsdestotrotz muss ein Antrag auf Verlängerung des Baugesuches beantragt werden», sagt Dickerhof.

Ist das Gesuch gestellt, kann die Bevölkerung Einsprache erheben. Weil die Erfahrungen mit dem FC Luzern «sehr gut» sind, blickt Dickerhof dieser Phase gelassen entgegen. Ob die Zeit für ein Bewilligungsverfahren und eine Volksabstimmung reicht, ist indes fraglich. GC hat am 24. Februar eine Verwaltungssratsitzung angesetzt. Dann muss die GC-Führung entscheiden, wo der Klub nächste Saison seine Heimspiele austragen will.

Dank GC: Sparprogramm könnte reduziert werden

Derweil macht Emmen kein Geheimnis daraus, dass der Gemeinde ein GC-Umzug gelegen käme. «Emmen muss ein Sparprogramm von sechs Millionen Franken verabschieden. Zusätzliche Einnahmen würden den Umfang dieses Pakets verringern», sagt Dickerhof.

Neben der politischen Gemeinde Emmen steht auch der FC Luzern einem Wechsel der Grasshoppers in die Innerschweiz wohlwollend gegenüber. Luzern baut seinem Traditionsverein ein neues Stadion. Dieses soll 17 000 Zuschauern Platz bieten. Während den Bauarbeiten an der «swissporarena» spielt Luzern seit Anfang letzter Saison im Gersag-Stadion. Die Auflage: Das Emmenbrückener Stadion muss den Anforderungen der Super League entsprechen.

GC könnte Tribüne übernehmen

Hierfür musste der FC Luzern auf eigene Kosten eine Stahlrohrtribüne anschaffen. Nun bezieht Luzern nächste Saison die neue «swissporarena» und muss vorher die provisorische Tribüne auf eigene Rechnung abbauen. Dies würde sich ändern, sollte GC nach Emmen ziehen. In diesem Fall könnten die Grasshoppers sämtliche baulichen Massnahmen vom FC Luzern übernehmen und den Luzerner Traditionsverein dafür finanziell entschädigen.

Wie viel der FC Luzern für die Stadionmiete im Gersag bezahlen muss, wollte weder der Verein selbst, noch die Gemeinde Emmen sagen. Hingegen bestätigt die Luzerner Polizei, dass der Klub für die Sicherheit ausserhalb des Emmenbrückener Stadions 1,50 Franken pro Zuschauer bezahlen muss. Somit würden die Sicherheitskosten gegen 200 000 Franken pro Saison betragen. Die Luzerner Polizei stellt klar, dass dieses Modell für GC keine Option sei. Vielmehr sei eine Pauschale wahrscheinlich und diese würde deutlich höher ausfallen, als beim FC Luzern (siehe Box).

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