Wildschweine hinterlassen bei der Futtersuche zuweilen eine Spur der Verwüstung. Die Schäden auf den Feldern sind ärgerlich für die Bauern, auch wenn sie dafür entschädigt werden. Ein Teil der Kosten übernimmt der Kanton, ein Teil die zuständige Jagdgesellschaft. So ist das in den Kantonen mit Revierjagdsystem geregelt, dazu zählen der Aargau, Solothurn und Zürich.

Doch unter Jägern sorgt die Pflicht zur finanziellen Entschädigung für Unmut. Mitglieder der Solothurner Jagdgesellschaft Wartenfels-Lostorf setzten sich juristisch dagegen zur Wehr – ohne Erfolg. Nach dem Solothurner Verwaltungsgericht entschied nun auch das Bundesgericht: Die Entschädigungspflicht ist      rechtskonform. Die Jäger hätten einerseits den Nutzen aus der Jagd, andererseits könnten sie den Bestand regulieren und damit die Höhe der Wildschäden beeinflussen, begründen die Richter ihr Urteil.

Den Rechtsstreit verfolgten auch die Aargauer Jäger mit Interesse. Denn sie werden ebenfalls zur Kasse gebeten. Rainer Klöti, Präsident des Aargauischen Jagdschutzvereins (AJV), bedauert das Urteil des Bundesgerichts. «Das bedeutet, dass wir Jäger auch in Zukunft für Wildschäden aufkommen müssen.» Allerdings sei die Situation im Aargau verglichen mit dem Nachbarkanton Solothurn, wo die Höhe der Beträge nicht beschränkt ist, weniger prekär. Seit der Einführung des neuen Jagdgesetzes 2011 gilt: Sofern die Gesellschaften die jagdlichen Voraussetzungen erfüllen, müssen sie pro Jahr maximal einen Viertel des Pachtzinses für Wildschäden bezahlen. Im Fall von Klötis Jagdgesellschaft zum Beispiel sind dies rund 3600 Franken.

Gesetzesänderung wäre nötig

«Nicht gut, aber befriedigend», lautet das Urteil von Rainer Klöti über die aktuelle Regelung, an der er als damaliger FDP-Grossrat mitgewirkt hat. Dabei handle es sich um einen politischen Kompromiss. Um den Betrag zu senken, bräuchte es eine erneute Gesetzesänderung. «Ob die Aargauer Jäger eine solche fordern wollen, müssen die AJV-Mitglieder entscheiden», sagt Präsident Klöti. Er spricht sich dagegen aus: «Ich bin der Meinung, dass wir im Aargau eine machbare und vertretbare Lösung haben.»

Wildschwein-Killer

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