Gemeindeschreiber-Serie
Zwischenbilanz der neuen Schreiber – Michael Widmer: «Intensiv, abwechslungsreich, lehrreich»

Vor einem Jahr kam es zu sieben Rochaden bei den Gemeindeschreibern. In der Serie «Die neuen Schreiber und ihr Bürostuhl» ziehen sie eine rollende Zwischenbilanz. Im ersten Teil: Michael Widmer, der in Frick das Urgestein Heinz Schmid ablöste.

Thomas Wehrli
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Thomas Wehrli

Vor einem Jahr begann das grosse Sesselrücken bei den Gemeindeschreibern im Fricktal. Und das ging so:

In Frick löste Michael Widmer das Fricker Urgestein Heinz Schmid als Schreiber ab. Widmer kam von Magden, seinen Bürostuhl im unteren Fricktal übernahm Rolf Dunkel, der bis dato Schreiber von Wölflinswil war. Neu nach Wölflinswil kam Jürg Oeschger, der zuvor unter anderem als Amtsvormund und Berufsbeistand gearbeitet hatte.

In der Nachbargemeinde Wittnau übernahm derweil Claudia Schraner von Christine Gottermann.

In die Kategorie «innerfricktalische Rochade» gehören auch Möhlin und Münchwilen. Marius Fricker, Schreiber in Münchwilen, wurde nach Möhlin berufen. Auf seinem Stuhl in Münchwilen nahmDaniel Sonderegger Platz, der bis dahin stellvertretender Gemeindeschreiber in Kaiseraugst war. Von Herznach nach Zeiningen wechselte schliesslich Sheena Heinz.

Die AZ wollte von den Gemeindeschreibern wissen: Wie haben sie sich eingelebt? Oder, treffender: Wie sitzt es sich auf dem Bürostuhl? Den Anfang dieser Serie macht der Fricker Gemeindeschreiber.

Michael Widmer, wie haben Sie die ersten Monate erlebt?

Michael Widmer: Positiv, intensiv, spannend, herausfordernd, abwechslungsreich und lehrreich.

Wie wurden Sie im Dorf aufgenommen?

Sehr gut!

Wie sind Sie mit Frick verbunden?

Ich habe von 1999 bis 2007 bereits in Frick gewohnt und wohne seither in Gipf-Oberfrick. Ich kenne Frick und die nähere Region daher sehr gut.

Wie erleben Sie die Bevölkerung?

Die Grösse der Verwaltung bringt es mit sich, dass ich nicht täglich Kontakt zur Bevölkerung habe, sondern mehr intern wirke. Alle bisherigen Kontakte zur Bevölkerung habe ich jedoch als sehr angenehm erlebt.

Was hat Sie am meisten überrascht?

Mich hat am meisten überrascht, wie viel Lebensqualität ein so kurzer Arbeitsweg mit sich bringt. Meistens komme ich mit dem Fahrrad zur Arbeit. Zudem kann ich die Mittagszeit mit meiner Familie verbringen.

Von Oeschgen über Magden nach Frick

Michael Widmer ist seit November 2016 Gemeindeschreiber in Frick. Er löste den langjährigen Schreiber Heinz Schmid ab. Zuvor war Widmer Gemeindeschreiber in Oeschgen (1998 bis 2004) und Magden (2004 bis 2016). Widmer ist 43 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Kindern. Er lebt mit seiner Familie in Gipf-Oberfrick.

Der schönste Platz im Dorf ist, …

... die Gartenterrasse im Frickbergstübli.

Die grösste Stärke des Dorfes ist …

... dass Frick Verkehrsverbindungen, Einkaufsmöglichkeiten und Dienstleistungen bietet, die sonst nur in einer Stadt zu finden sind. Zugleich ist die Gemeinde von einer sehr schönen Landschaft umgeben, die einfach und rasch als Naherholungsgebiet zu erreichen ist.

Von meinem Büro aus sehe ich …

... die Maria-Theresia-Gasse.

Welche Begegnung hat Sie am tiefsten beeindruckt?

Die Teilnahme als Treiber auf der Weihnachtsjagd oder die Einladung zum Neujahrsempfang in Frickingen sind schöne Gelegenheiten, besondere Begegnungen ausserhalb des Büros zu pflegen.

Wie erleben Sie den Gemeinderat?

Der Gemeinderat verfolgt seine politischen Ziele konsequent. Wir pflegen eine sehr konstruktive Zusammenarbeit und es herrscht eine gute Streitkultur. Die Verwaltung erledigt dabei operative Fragestellungen sicher mit grösserem Handlungsspielraum, als dies in einer kleinen Gemeinde der Fall ist.

Welche Ziele und Vorsätze konnten Sie bereits umsetzen?

Getreu dem Motto «Man muss Menschen mögen» ist mir die kollegiale Zusammenarbeit mit dem Team der Verwaltung und insbesondere mit den Abteilungsleitern sehr wichtig. Ich habe den Eindruck, dass wir dabei gemeinsam auf einem guten Weg sind.

Was steht noch aus?

Wir arbeiten ständig daran, unseren Dienstleistungsbetrieb zu hinterfragen und nach Verbesserungen der Abläufe zu suchen. Diese Arbeit ist nie fertig. Ich verstehe dabei die Gemeindeverwaltung als Dienstleistungsbetrieb zugunsten der Bevölkerung. Mir ist es wichtig, dass die Kunden das spüren.

Kommen wir noch zur fast wichtigsten Nebensache, der Sitz-Sache: Mein Bürostuhl ist ...

Oft leer, da ich viele interne und externe Besprechungen habe.