Herbstzeit ist vielerorts Chilbizeit. Das war auch in Kaiseraugst so, wo die traditionelle Chilbi schon seit mehr als einhundert Jahren ein lustvolles Vergnügen für Jung und Alt, Gross und Klein ist. Zurück geht der Begriff Chilbi übrigens auf das altalemannische Wort «Kilchwihi» – Kirchweihe – und tauchte in der Schweiz Ende des 15. Jahrhunderts auf. Abgeleitet von dem Wort Chile für Kirche. In Kaiseraugst ehrte man damals den heiligen St. Gallus.

An 45 Ständen und Beizli wurde, bei angenehmem Herbstwetter, auch in diesem Jahr alles geboten, was das Herz begehrt. In bester Stimmung bummelten Einheimische und Besucher im Dorf, begutachteten eine Vielfalt von Angeboten, trafen Bekannte, tauschten Neuigkeiten aus, pflegten bei deftigen oder feinen Leckereien ganz entspannt die Geselligkeit und genossen die spezielle Atmosphäre, die es nur an der Chilbi gibt.

Die Kinder hatten etwas andere Ziele als die Erwachsenen. Dicht umlagert war beispielsweise der Stand mit der köstlich luftigen Zuckerwatte. Auch der Ballonwagen bekam viele sehnsuchtsvolle Blicke. Auf der Bahn des Autoscooter konnte es nicht oft genug krachen, Papa oder Mama meist dabei – ein Vergnügen, das sich seit Jahrzehnten grosser Beliebtheit erfreut. Hoch hinaus ging es mit der Gondel von Magic Carpet.

Unter der kundigen und animierenden Anleitung von Fachpersonal von Augusta Raurica bastelten Jungen und Mädchen mithilfe von flüssigem Gips und Förmchen Teile der Achillesplatte. Die Achillesplatte ist Teil des Silberschatzes von Kaiseraugst und zeigt Kindheit und Jugend des griechischen Helden Achilles.

Kulinarische Genüsse

Nach dem Motto «für sie immer frisch zubereitet, guet und priiswert» durften die Gäste im ländlichen Ambiente zuschauen, wie die Kartoffeln speziell für ihre Röschti gerieben und gebraten wurden. Sehr begehrt auch die Chilbi-Kürbissuppe, mit viel Liebe gerührt und zubereitet vom Chef selbst. Weihrauchumweht gab es am äthiopischen Stand würzigen Kaffee aus dem Hochland, dazu scharf gewürzte Speisen.

Für den musikalischen Rahmen sorgten die Musikschule Rheinfelden/Kaiseraugst, die Musikgesellschaft, die Grossschnulleri sowie weiter Bands in den Beizli. Zum Gelingen dieses schönen Volksfestes tragen Vereine, Geschäfte und Privatpersonen bei, die in Kaiseraugst leben. In diesem Jahr vergrösserten sieben neue Teilnehmer den Reigen. Es wurde getanzt bis in den frühen Morgen, ein Bier wahrscheinlich zum letzten Mal gab es in der dorfgeschichtlichen «Sonne». Wie immer durften sich am Sonntag Seniorinnen und Senioren aus dem Dorf auf das Gratis-Raclette-Essen freuen, die Tombola lockte mit attraktiven Gewinnen, viel Bewunderung bekamen die Motorrad-Oldtimer. Eine rundum gelungene Chilbi auch diesmal.