Fricktal

Zwischen Eigenheim und Altersheim

Rechenschaft abgelegt: Vorstandstisch mit Sylvia Stocker, PatrickBurgherr und Präsidentin Regula Senn (v.l.) pro

Rechenschaft abgelegt: Vorstandstisch mit Sylvia Stocker, PatrickBurgherr und Präsidentin Regula Senn (v.l.) pro

Nebst den statutarischen Geschäften befasste sich die 62. Generalversammlung des Hauseigentümerverbandes Fricktal mit dem Thema Wohnen im Alter. «Das Geschäftsjahr war geprägt von den Urnengängen zum Thema Wohneigentum.

Die Initiative «Sicheres Wohnen im Alter» hat mit der knappen Ablehnung Signalwirkung ausgelöst und in der Folge fünf politische Vorstösse zur Abschaffung oder Modifikation des Eigenmietwertes bewirkt», hielt Regula Senn, Präsidentin des gegen 3600 Mitglieder zählenden Hauseigentümerverbandes Fricktal (HEV) fest.

«Der HEV arbeitet an vorderster Front mit für gerechte Lösungen», betonte sie vor rund 250 Personen im Kulturellen Saal in Eiken, wo innert 45 Minuten alle Traktanden einstimmig Genehmigung fanden.

Die Geschäftsstelle unter der Führung von Christian Lässer sei vor allem mit der stetig steigenden Zahl von Rechtsauskünften stark beschäftigt, insbesondere mit Themen aus dem Mietrecht und Nachbarschaftsstreitigkeiten.

Nach 14 Jahren Vorstandsarbeit trat Protokollführerin Sylvia Stocker-Buol zurück. Tagespräsident Alfons Kainz, Vorsitzender der Bankleitung Raiffeisenbank Regio Frick, führte das Wahlprozedere durch.

Einstimmig bestätigt wurden die bisherigen Vorstandsmitglieder Regula Senn (Präsidentin), Patrick Burgherr (Vizepräsident), Andreas Bürgin (Kassier) und Franziska Bircher und Peter Hauser.

Wohnen im Alter thematisiert

Die Gastreferenten André Rotzetter, Geschäftsführer des Vereins für Altersbetreuung im Oberen Fricktal (VAOF), und seine Stellvertreterin Sabine Gallert-Kopf stellten ihre Institution vor und befassten sich mit dem Thema «Zwischen Eigenheim und Altersheim».

Der Zuwachs alter Menschen resultiere aus höherer Lebenserwartung, einer Zuwanderung von 22 Prozent und den enorm starken Babyboomer-Jahrgängen von 1940 bis 1965.

Im Jahre 2030 betrage die Lebenserwartung bei Männern 83 Jahre und bei Frauen 88 Jahre, wobei die Jahre in guter Gesundheit weiter zunehmen würden. In der Planung sei zu berücksichtigen, dass dann plötzlich die geburtenschwachen Jahrgänge kommen.

«Dreissig Prozent der Bewohner sind aus sozialen und nicht aus gesundheitlichen Gründen in Pflege- und Altersheimen», fuhr er fort. Sie ziehen in Heime um, weil sie keine hindernisfreien Wohnungen haben, sich alleine oder isoliert fühlen, einen zu grossen Haushalt und Garten haben oder sich gesundheitlich unsicher und unbeaufsichtigt fühlen.

«Dem müssen wir entgegensteuern, denn sie sollten zuhause bleiben. Ein Pflegeplatz geht mit 350 000 Franken Investitionen gewaltig ins Tuch. Der Kanton rechnet mit 2700 neuen Plätzen», doppelte er nach.

Als Schnittstelle zwischen Eigenheim und Altersheim biete der VAOF exemplarisch die Temporärstation mit 14 Plätzen als Lückenschliesser an, informierte Sabine Gallert.

Zudem sei mit den Heimbewohnern ein Hilferuf und Sicherheits-Check als Techniklösung auf Basis iPhone entwickelt worden, das den Senioren und Angehörigen Sicherheit biete und in jedem Haushalt individuell einsetzbar sei. So sei das System auch in den Grundleistungen des betreuten Wohnens der Alterswohnungen Mühlegasse integrierbar.

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