Stein

Zweiter Anlauf für die Velostrasse – SVP hält sie für «herausgeschmissenes Geld»

Auf der Schulstrasse – über welche die Velostrasse führen soll – soll eine Bodenmarkierung angebracht werden, um die Kollisonsgefahr zwischen Fussgängern und dem Langsamverkehr zu verringern.

Auf der Schulstrasse – über welche die Velostrasse führen soll – soll eine Bodenmarkierung angebracht werden, um die Kollisonsgefahr zwischen Fussgängern und dem Langsamverkehr zu verringern.

Der Steiner Gemeinderat nimmt an der Gemeindeversammlung vom 7. Juni den zweiten Anlauf, um der grenzüberschreitenden Velostrasse den Weg zu ebnen. Mit der direkten Verbindung – mit Anschluss an Novartis – wollen die Gemeinden Stein und Bad Säckingen die Lücke im Netz des öffentlichen Verkehrs zwischen ihren Bahnhöfen schliessen.

Zur Erinnerung: Die Exekutive wollte sich die Zustimmung des Souveräns für die Radwegverbindung mit einem 350'000-Franken-Kredit bereits an der Wintergemeinde 2018 abholen. Die Stimmbürger erteilten dem Projekt, das mit 100'000 Franken der Gemeinschaftsinitiative Interreg subventioniert wird, jedoch eine Abfuhr. Untern anderem gab es Bedenken wegen der Kollisionsgefahr zwischen Schülern und Velofahrern auf der Schulstrasse.

Nach dem Rückweisungsantrag hat der Gemeinderat ein Ingenieurbüro engagiert. Dieses sollte zur bisherigen geplanten Streckenführung – Friedhofweg, Schulstrasse, Rheinbrückstrasse und Schönaustrasse (Anschluss Novartis) – Alternativ-Routen überprüfen. Auf Grundlage der Analyse wurden etwa eine Streckenführung entlang des Rheinuferwegs oder eine Passerelle über die Zürcherstrasse verworfen. Jedoch soll die bisherige Route mit einer Umfahrungsroute über die Zürcher- und Schaffhauserstrasse ergänzt werden. Diese Strecke sei für Velofahrer gedacht, die mit dem E-Bike unterwegs sind oder einfach schneller fahren möchten, so Gemeinderat Hansruedi Schlatter.

Keine Wartzeiten bei roter Ampel

Für Velofahrer, die auf der Schaffhauserstrasse weiter geradeaus in Richtung Holzbrücke fahren, ist vorgesehen, die Wartesituation an der Ampel bei der Fridolinsbrücke zu verbessern. «Zeigt die Ampel rot, können die Velofahrer im Gegensatz zum motorisierten Verkehr trotzdem fahren», sagt Schlatter. Inwiefern die Trennung zwischen motorisiertem Verkehr und Veloverkehr an der Ampel umgesetzt werden soll, stehe noch nicht fest. «Dies wird sich im Zuge der Sanierung der Fridolinsbrücke durch den Kanton im nächsten Jahr weisen», so Schlatter.

Der Gemeinderat hat sich entschlossen, auch weiterhin an der bisherigen Route über die Schulstrasse festzuhalten, weil er davon ausgeht, dass gerade Pendler – etwa Novartis-Angestellte – den kürzesten Weg zu ihrem Arbeitsplatz nutzen. «Um die Kollisionsgefahr zu entschärfen, wird die Schulstrasse infolge des fehlenden Gehwegs zwischen der Langacker- und Brotkorbstrasse mit einer Bodenmarkierung versehen», sagt Schlatter. Sodann stünde den Fussgängern und dem Langsamverkehr je eine Strassenbreite von 2,5 Metern zur Verfügung.

Letzte Chance für die Velostrasse?

Insgesamt beträgt der Kredit für das überarbeitete Projekt weiterhin 350'000 Franken. «Bei einem Nein ist das Projekt gestorben», sagt Schlatter und schiebt nach: «Zwar ist es nur ein Tropfen auf den heissen Stein, aber wir müssen jede Chance nutzen, die Menschen zu bewegen, das Auto stehen zu lassen.»

Marc Kaufmann, Präsident der SVP-Ortspartei, der damals den Rückweisungsantrag gestellt hat, sieht dies anders. Zwar hält er es für richtig, etwas gegen den zunehmenden Verkehr zu unternehmen, jedoch nicht mit einer Veloverbindung. «Das ist herausgeschmissenes Geld», sagt er. Zudem bezweifelt er, dass die Velofahrer die geplante Umfahrungsroute über die Zürcher- und Schaffhauserstrasse nutzen werden. «Es ist klar, dass jeder den kürzesten Weg nehmen will», sagt er.

Autor

Dennis Kalt

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