Vor knapp zwei Jahren wurde das Rote Haus für viele Rheinfelder zum roten Tuch. In einer Referendumsabstimmung schickten sie das Projekt des Stadtrats für die Sanierung des alten Bauernhauses und einen zweistöckigen Anbau bachab – allerdings hauchdünn, mit 50,7 Prozent der Stimmen.

Nun kommt das Rote Haus wieder vor das Volk: An einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung Ende März präsentiert der Stadtrat ein «wesentlich reduziertes Projekt», wie Stadtrat Hans Gloor an einer Pressekonferenz am Donnerstag sagte.

4,36 Millionen Franken hätte das ursprüngliche Projekt gekostet, inbegriffen wäre ein zweistöckiger Anbau mit grossem Saal sowie einer Cafeteria gewesen. Das Hauptargument der Gegner damals: die Kosten. Diese sind nun – mit 3,4 Millionen Franken – rund eine Million tiefer. Dafür ist der Anbau nur noch einstöckig. Im Altbau sind Büro-, Therapie- und Atelierräume vorgesehen. Im Neubau gibt es einen Mehrzweckraum für das Begegnungs- und Beratungszentrum.

Zentrum für soziale Institutionen

«Die Nutzung durch soziale Institutionen wurde vom Stadtrat nie infrage gestellt», sagte Gloor. «Eine Stadt mit der Grösse von Rheinfelden braucht so eine Liegenschaft. Das ist zeitgemäss und das bringt Synergien.»

Eine definitive Zusage für eine Miete liegt von der Väter- und Mütterberatung vor. Mit den Zentren Körperbehinderte Aargau (Zeka) hat die Stadt ausserdem eine Absichtserklärung ausgearbeitet.

Weitere Interessenten sind unter anderem das Schweizerische Rote Kreuz, das Familieninformationszentrum, der Elternverein sowie der der Gemeinnützige Frauenverein.

Optisch soll das Haus bleiben, was es einst war: ein Bauernhaus. Der schlechte Zustand der Bausubstanz erfordere allerdings umfassende Eingriffe, sagte Gloor. Dabei sollen die ursprünglichen Hauptfassaden des Gebäudes erhalten bleiben. Speziell auch die Farbe: «Geplant ist, die ursprünglichen Materialien – insbesondere den rot gefärbten Kalkputz – zu verwenden», so Gloor. Die Fassade des Anbaus wird ausserdem mit Holzlamellen versehen, in Anlehnung an eine Scheune.

Schon im Herbst Baustart?

Der Stadtrat hofft, mit diesen Anpassungen die Mehrheit des Rheinfelder Stimmvolkes hinter sich zu bringen. «Eine Reduktion der Baukosten um eine Million Franken wurde vom damaligen Referendumskomitee für akzeptabel erachtet», sagte Gloor. Gibt es am 30. März tatsächlich ein Ja – und wird diesmal das Referendum nicht ergriffen – könnte es mit dem Roten Haus rasch vorwärtsgehen. «Die Planungen sind weit fortgeschritten», sagte Gloor. Eine Baueingabe im Frühjahr, Baustart im Herbst und eine Eröffnung Ende 2017 wären dann denkbar.

An der ausserordentlichen Gemeindeversammlung entscheiden die Rheinfelder daneben über den neuen Rheinsteg sowie die Sanierung der Hermann-Keller-Strasse. Dieses Projekt wurde wegen der langen Wäberhölzli-Diskussionen an der letzten Gmeind verschoben.