Radverkehr

Zweiräder: Jetzt sind sie wieder auf der Strasse

Die günstigere Variante: Die Rollbörse in Frick hat sich auf alles spezialisiert, was ohne Motor fährt.

Die günstigere Variante: Die Rollbörse in Frick hat sich auf alles spezialisiert, was ohne Motor fährt.

Der Velofrühling kommt in Fahrt. Immer mehr Leute sind auf zwei Rädern unterwegs. Sie geniessen die Frühlingsdüfte und den Blick über die ersten Blumen. Wer noch kein Rad hat, kann aus Velobörsen und Spezialgeschäften wählen.

An der Schwelle zwischen Winter und Frühling steht eine Kiste voller Schals, Handschuhen und Wollmützen. Die Triefnase gehört der Vergangenheit an, der Duft von Bärlauch flutet durch die Luft, also verschwindet die Kiste kurzerhand im Keller. Heraufgebracht wird das Fahrrad. Bei der ersten Tour durchs Quartier sieht man Schlüsselblumen, Krokusse und Osterglocken. Und jede Menge Menschen, die ebenfalls in die Pedale treten.

Diese Art der Fortbewegung ist umweltverträglich, und gut für den Körper ist sie auch. Die positiven Effekte sind es wohl, die den Velobörsen Aufschwung geben. In Aarau gibt es eine Velobörse, in Baden ebenfalls und natürlich auch in Frick sowie in vielen anderen Gemeinden. Jene in Frick ist die Rollbörse, die am 26. März bei der Schulanlage Ebnet stattfindet und stets gut besucht ist.

Interessierte reisen von weit her an

Seit 14 Jahren wird sie durchgeführt und wurde in dieser Zeit derart zu einer Institution, dass in der Vergangenheit auch schon Interessierte von weit her, etwa aus dem Kanton Graubünden, anreisten. An der Börse sind alle willkommen, die etwas mit Rädern kaufen oder verkaufen wollen. Zur Kundschaft gehören vor allem Familien, die günstige Artikel suchen. Die Organisatorin der Rollbörse in Frick ist Beatrice Fischer.

Sie ist seit dem ersten Tag dabei und dementsprechend sattelfest. «Wir verkaufen alles, was Räder hat», sagt Fischer. Besonders Fahrräder für Gross und Klein, Anhänger, Spielfahrzeuge, Trottinette, Rollbretter, Leiterwagen – kurz, alles ohne Motor. Und wie steht es mit Elektrovelos? «Da könnten wir theoretisch eine Ausnahme machen», sagt Beatrice Fischer. Bis anhin hatten sie aber noch keine solchen Räder im Angebot. Diese seien noch nicht aus zweiter Hand zu haben, sind noch relativ teuer und deren Verkauf beschränke sich zurzeit auf Fachgeschäfte.

«Gott sei dank ist Frühling», sagt Andreas Ganter vom Bike-Store Rheinfelden, einem Fachgeschäft für Fahrräder aller Art. Im Winter herrsche in Sachen Velos meist Flaute. Das dreiköpfige Team, das aus Inhaber Andreas Ganter sowie zwei Lehrlingen besteht, hält in den kalten Monaten die Werkstatt in Schuss. «Aber wir sind dann ganz klar überbelegt», so Ganter. Kaum wird es jedoch wärmer, beginnt der grosse Ansturm. «Im Frühling werden alte Fahrräder zur Reparatur gebracht, neue Fahrräder werden gekauft – da leisten wir Überstunden.»

E-Bikes verkaufen sich gut

Was besonders gut verkauft wird, sind E-Bikes, also Fahrräder mit eingebautem Elektromotor. «Wie schon letztes Jahr sind Elektrovelos auch 2011 ein ungebremster Boom», so Ganter. Zielgruppe bei diesen umweltverträglichen Flitzern sind einerseits ältere Personen, die nicht mehr ganz so arg in die Pedale treten wollen. Aber auch Büroangestellte, die nicht verschwitzt zur Arbeit erscheinen mögen, oder junge Mütter mit Kinderanhänger nehmen gerne einen grünen Motor in Anspruch.

Allerdings sind Elektrobikes mit einem Preis von 3000 Franken oder mehr eine kostspielige Angelegenheit. Dennoch verkaufte Ganter in den letzten Tagen schon zehn Stück von den praktischen Velos. «Jetzt ist unsere Hochsaison», sagt Ganter, «die Kundenfrequenz nimmt bei heissen Temperaturen im Sommer wieder leicht ab, und im Herbst können wir eine erneute Zunahme verzeichnen. Aber im Moment ist unsere Hauptverkaufszeit.»

Was die Velobörse an Occasionen zu bieten hat, verkauft Andres Ganter im Neuzustand. Er hat Helme, Fahrradschlösser und Kilometerzähler im Angebot. Und auch Regenjacken, für den Fall, dass im strahlenden Velofrühling Wolken aufziehen sollten.

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