Fricktal
«Zweimal wöchentlich zum Training, damit ich nicht einroste»

Die Fitnesscenter im Fricktal haben nach den Festtagen mehr Zulauf: Die Kunden wollen anscheinend ihre Festtagspölsterchen wieder loswerden. Nicht einmal Rabatt-Aktionen sind dafür nötig.

Marc Fischer
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«Mehr Bewegung», «Weihnachtsspeck muss weg», «Kraftraum»: Alljährlich hört man zum Jahreswechsel die guten Vorsätze nach mehr körperlicher Betätigung. Doch wie sieht es in der Realität aus? Spüren die Fricktaler Fitnesscenter zu Jahresbeginn einen Zulauf?

«Sicher», bestätigt Karin Weber vom Fitnesscenter Olympia Fit-Line in Möhlin und auch Claudia Schmidt vom Physiofit Ryser in Laufenburg stellt zu Jahresbeginn eine hohe Motivation fest. «Man merkt schon, dass die Kunden Anfang Jahr vermehrt kommen.»

Töni Obrist vom Fitnesscenter Vitamare in Frick freut sich über viele Kunden
5 Bilder
Hanteln warten auf die Kunden des Fitnesscenters
Und auch Fitnessgeräte aller Art stehen bereit
Alex Ackle beim Training
Viele Kunden wollten sich nicht beim Training fotografieren lassen

Töni Obrist vom Fitnesscenter Vitamare in Frick freut sich über viele Kunden

Marc Fischer

Dazu müssen die Fitnesscenter nicht einmal finanzielle Anreize schaffen. Wie ein Überblick zeigt, sind keine speziellen Januar-Rabatt-Aktionen im Gang. «Wir führen am kommenden Sonntag jedoch einen speziellen ‹Speck-Weg-Tag› mit einem umfangreichen Angebot an Lektionen durch», so Karin Weber. Gleich eine ganze «Späck wäg-Gruppe» gibt es im Fitnesscenter Vitamare in Frick. Allerdings existiert diese bereits seit vergangenem November und blieb ihrem Programm auch in der essensreichen Festtagszeit treu. «Mit diesem Angebot stiessen wir auf sehr grosse Resonanz», so Inhaber Töni Obrist.

Alltagsstress als Antrieb
Andreas Schwarb Inhaber des «City One» in Rheinfelden schränkt die Januareuphorie dagegen etwas ein: «Eine leichte Zunahme zu Jahresbeginn ist schon spürbar. Aber im Allgemeinen stelle ich fest, dass die Leute das ganze Jahr über versuchen, im Fitnesscenter den Alltagsstress abzubauen.»

Auch Töni Obrist, spricht nur von einer leicht höheren Besucherfrequenz im Januar. «Grundsätzlich», so Obrist, «liegen wir aber im Schnitt der Wintermonate, in denen immer mehr los ist als im Sommer, wenn sich viele Leute lieber draussen aufhalten.»

Bunt durchmischte Kundschaft
Den Prototyp des Fitnesscenterbesuchers, in dieser Frage sind sich alle Befragten einig, gibt es nicht. «Im Physiofit Ryser haben wir eine gute Mischung der Kundschaft», antwortet etwa Claudia Schmidt auf die entsprechende Frage, «Jugendliche, Geschäftsleute, Hausfrauen und Senioren.» Alle Altersgruppen versuchten sich körperlich zu betätigen und sich fit zu halten, bestätigt auch Töni Obrist. Und einer seiner Kunden, Kurt Deiss aus Ueken, ergänzt: «Seit ich pensioniert bin und nicht mehr auf dem Bau arbeite, gehe ich zweimal wöchentlich zum Training ins Fitnesscenter, damit ich nicht einroste.»

Nicht alle haben dabei den gleichen Durchhaltewillen. «Bei manchen lässt der Elan schon bald merklich nach und irgendwann kommen sie dann gar nicht mehr», weiss Karin Weber.