Fricktal

Zwei von vier Seelsorgern gehen – Ersatz ist nicht in Sicht

Martin Linzmeier wird künftig die Pfarreien Frick, Gipf-Oberfrick und Oeschgen leiten.

Martin Linzmeier wird künftig die Pfarreien Frick, Gipf-Oberfrick und Oeschgen leiten.

In den Pfarreien Frick, Gipf-Oberfrick und Oeschgen fehlen bald die Hälfte der Seelsorger. Darum übernehmen übernehmen Laien Aufgaben, um den verbliebenen den Rücken freizuhalten. Trotzdem wird das Programm reduziert.

Die Zeit läuft. Und sie läuft nicht für die Pfarreien Frick und Oeschgen. Denn Ende Juni verlässt Pfarrer Thomas Sidler Frick; er wurde im April 65 und wird nach einer Auszeit reduziert in der Innerschweiz arbeiten. Nur einen Monat später geht Bernhard Lindner, Gemeindeleiter von Oeschgen; er übernimmt eine Stelle in der Männerarbeit bei der Landeskirche. Damit fehlen in den Pfarreien Frick, Gipf-Oberfrick und Oeschgen, die künftig zusammen eine seelsorgerische Einheit bilden und unter der Leitung von Martin Linzmeier, Gemeindeleiter von Gipf-Oberfrick, stehen werden, zwei von vier Seelsorgern.

Und dabei wird es, vorerst, bleiben. «Es sind keine Interessenten in Sicht», sagt Martin Linzmeier. Daran haben auch die beiden Inserate nichts geändert, welche die Kirchgemeinde Frick/ Gipf-Oberfrick in der Kirchenzeitung für die Stelle eines priesterlichen Mitarbeiters geschaltet hat. Beim zweiten Inserat schuf man sogar bewusst eine Querverbindung zur 50-Prozent-Stelle in Oeschgen. «Bei insgesamt 150 Stellenprozenten sind mehr Optionen möglich», erklärt Markus Schmid, Präsident der Kirchenpflege Frick/Gipf-Oberfrick. Etwa, dass sich zwei Personen finden, die Teilzeit arbeiten wollen. Bewerbungen gingen trotzdem keine ein. Man habe auch Seelsorger direkt angesprochen, sagen Schmid und Linzmeier. Ohne Erfolg.

Verantwortlich dafür, dass bislang niemand gefunden wurde, ist der generelle Seelsorgermangel, mit dem die katholische Kirche seit längerem zu kämpfen hat. Bei den Priestern ist der Mangel besonders hoch – und er wird sich in den nächsten Jahren auch bei den Laientheologen «massiv verschärfen», ist Linzmeier überzeugt. Schmid formuliert es pointiert: «Die Personalpolitik der Kirche ist heute ein gegenseitiges Löcherstopfen.» Findet eine Kirchgemeinde einen neuen Priester, entsteht einfach in einer anderen ein Loch. Nun treffe es eben Frick.

Mehrere Monate Vakanzzeit

Klar ist für Schmid wie Linzmeier: Es wird eine Vakanzzeit geben. Zum einen, weil Thomas Sidler Frick bereits in fünf Wochen verlässt – «und so schnell sicher niemand kommen kann». Zum anderen, weil viele Seelsorger – gerade auch Laientheologen – jeweils auf Schulbeginn wechseln. Sei es, weil sie selber Kinder haben, die dann problemlos die Schule wechseln können, sei es, weil sie Religionsunterricht geben und so an die Semesterdaten gebunden sind.

Wie lange die Vakanzzeit dauern wird, mag Schmid nicht abschätzen. Einige Monate dürften es schon werden, sagt er. Linzmeier wird etwas deutlicher. Er rechnet nicht damit, dass die Stellen vor Ende Jahr besetzt werden können.

«Deutlich weniger Eucharistiefeiern»

Für die drei Pfarreien heisst das: Sie müssen in den nächsten Monaten mit einem reduzierten Programm auskommen. «Es wird deutlich weniger Eucharistiefeiern geben», sagt Linzmeier. Denn auch die pensionierten Priester, die noch Einsätze leisten, sind meist ausgebucht.
Überbrücken wollen er und Uli Feger, Pastoralassistent in Frick, die Vakanzzeit mit drei Massnahmen: An den Wochenenden sollen, erstens, vermehrt Aushilfen zum Zuge kommen. So haben die beiden Seelsorger, zweitens, mehr Kapazitäten für die Pflichten unter der Woche – beispielsweise für Beerdigungen. «Es ist einfacher, Aushilfen für das Wochenende zu finden als unter der Woche», erklärt Linzmeier, lacht. Man habe zudem das Glück, «dass sich Bernhard Lindner selber vertreten wird». Sprich: Der Gemeindeleiter von Oeschgen ist bereit, weiterhin Gottesdienste im Fricktal zu halten.

Drittens setzt das Seelsorgeteam noch vermehrt auf die Mitarbeit von Laien. So wird die Liturgiegruppe den einen oder anderen Gottesdienst halten. Und auch andere Gruppierungen werden mithelfen, die Vakanzzeit zu überbrücken. Als Beispiel nennt Linzmeier die Hausbesuche, die noch vermehrt Laien übernehmen werden. «Wir haben das Glück, dass unsere Pfarreien gut aufgestellt sind», sagt Schmid. Dies helfe gerade in einer Vakanzzeit enorm.

«Wenn es etwas Positives an der Situation gibt, dann ist es, zu sehen, dass die Pfarreien eine Vakanz überbrücken können und bereit sind, füreinander einzustehen», sagt Linzmeier, überlegt kurz, fügt dann an: «Ich bin zuversichtlich, dass es gut kommt – auch, weil wir ein Konzept haben, das trägt.» Allerdings hoffe er schon, dass die Vakanzzeit Ende Jahr ende. «Auf Dauer können wir nicht über unsere Kapazitäten hinaus arbeiten.»

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