Ein harmonisches Miteinander zeichnet derzeit die Stadtverwaltungen von Bad Säckingen und Laufenburg aus. Dies zeigt sich in einer Geste, die das Ausleihen zweier wertvoller Unikate und eines vereinzelt vorkommenden Planes aus dem Bestand des Hochrheinmuseums Schloss Schönau für eine Ausstellung im Laufenburger Museum Schiff zum Inhalt hat.

Das Museum Schiff versteht sich als klassisches Heimatmuseum. Es dokumentiert die Geschichte der beiden Schwesterstädte Laufenburg sowie der weiteren Region beidseits des Rheins. Im Jahresrhythmus werden ausserdem Sonderausstellungen zu ausgewählten Themen gestaltet.

Alte Landkarten sind faszinierend. Auf einem einzigen Bogen Papier können sie sowohl Geschichte als auch Geografie abbilden. Dies hat längst auch der Museumsverein Laufenburg mit seinem Präsidenten Hannes Burger erkannt und veranstaltet eine Ausstellung unter dem Titel «Die Hochrheinregion in historischen Landkarten», die ab 28. Oktober zu sehen ist.

Pläne aus dem 18. Jahrhundert

Der Laufenburger Stadtarchivar Martin Blümcke, Vorsitzender der Arbeitsgruppe, die diese Ausstellung vorbereitet, hat nicht nur einen guten Draht zur Bad Säckinger Stadtarchivarin Eveline Klein, sondern auch zur Leiterin des Amtes für Tourismus, Kultur und Wirtschaftsförderung, Gabriele Wöhrle-Metzger. So ist es möglich, dass der wohl kostbarste Plan, den die Stadt besitzt – nämlich der «Grundriss über die vorderösterreichische Waldstadt Seggingen» des Geometers Johan Hienerwadel aus dem Jahre 1780 – für ein ganzes Jahr der Ausstellung im Schweizer Laufenburger Museum Schiff kostenlos zur Verfügung gestellt wird.

Aber nicht nur diese Karte, sondern ein weiteres Exponat – der 1804 von Erich Hirschberg gefertigte Plan über die Insel Au – wird die Laufenburger Ausstellung bereichern. Ausserdem wurde dem Museum der Übersichtsplan der Katastervermessung von 1896 über die drei Gemarkungen Säckingen, Obersäckingen und Wallbach leihweise überlassen. Diesen hatte die Trompeterstadt vor vier Jahren von der Obersäckingerin Margot Schmidt als Geschenk erhalten.

Einblick in die Vermessung

Weitere historische Pläne über die Stadt Bad Säckingen schlummern im Generallandesarchiv Karlsruhe. Da ein Ausleihen von Unikaten von dieser Behörde nur unter relativ schwierigen Bedingungen zustande kommt, wurden von den Karten hochauflösende Scans angefertigt, die sich kaum von den Originalen unterscheiden. So wird in der Laufenburger Ausstellung unter anderem auch die älteste Säckinger Karte, ein Abriss um 1670/1680 mit der Hochgerichtsbarkeitsabgrenzung, zu sehen sein. Ausserdem wird ein Einblick in die Vermessungskunst der früheren Jahre gewährt, den das Geometer-Team Koch gestaltet.