Schupfart/Obermumpf

Zwei Nachbardörfer wollen bei der Schule zusammenspannen

Um die geforderten Klassengrössen zu erreichen, spannen Schupfart und Obermumpf zusammen. (Symbolbild)

Um die geforderten Klassengrössen zu erreichen, spannen Schupfart und Obermumpf zusammen. (Symbolbild)

Weil die Schülerzahlen abnehmen und die Mindestklassengrösse steigt, wollen Schupfart und Obermumpf ihre Schulstandorte mit einem Schüleraustausch erhalten. Die Gemeindeversammlungen stimmen nun über den entsprechenden Schulvertrag ab.

Hält der Abwärtstrend bei den Schülerzahlen an, so müssten in Obermumpf und Schupfart künftig Drei- oder Vierjahrgangsklassen geführt werden. Nur so könnten die geforderten Mindestklassengrössen eingehalten werden. Erschwerend kommt hinzu, dass der Kanton die Klassengrössen von bisher 12 auf neu 15 angehoben hat. Diese Neuregelung gilt ab kommendem Schuljahr.

Drei oder vier Jahrgänge in einer Abteilung zu führen, kommen für Schulleitung, Schulpflegen wie auch die Gemeinderäte der beiden Gemeinden nicht infrage. «Es ist erwiesen, dass schon in einer einzelnen Klasse eine grosse Heterogenität vorhanden ist und dass beispielsweise beim Schuleintritt Leistungsunterschiede von bis zu vier Jahren auftreten können», halten auch die Lehrpersonen von Obermumpf und Schupfart die Nachteile von zu vielen Jahrgängen pro Klasse in einem Schreiben fest. Als integrative Schulen sei die Zusammenführung von drei bis vier Klassen für niemanden befriedigend, erklären die Lehrer weiter.

«Es geht nun darum, das bestmögliche Angebot für die Schüler zu schaffen», sagt die Obermumpfer Schulgemeinderätin Astrid Zeiner und spricht damit den geplanten Schulvertrag zwischen Obermumpf und Schupfart an. Mit dem Vertrag – an den kommenden Gemeindeversammlungen wird darüber abgestimmt – soll die bisher gute Qualität der beiden Schulen mit einer maximal Zweiklassenführung beibehalten werden.

Erreicht werden kann dies mit dem Austausch der Schüler. Zu keiner Veränderung trotz Vertrag käme es bei den Kindergärten. Die Lernenden der 1. bis 3. Klassen müssen hingegen für je ein Schuljahr ins andere Dorf reisen, während die 4. und 5. Klasse jeweils im Dorf bleibt. Weil Obermumpf über eine gute Infrastruktur verfügt und damit die Sechstklässler am besten auf den Übertritt in die Oberstufe vorbereitet werden können, soll diese Abteilung in Obermumpf geführt werden.

Mit dieser gemeindeübergreifenden Lösung bleiben die Jahrgangsklassen während der gesamten Kindergarten- und der Primarschulzeit zusammen. Sie müssen maximal zwei Klassen im anderen Dorf besuchen. Pro Schulkind, das im jeweils anderen Dorf unterrichtet wird, fällt pro Jahr Schulgeld von 3000 Franken an. Mit der Schulzusammenarbeit kann pro Gemeinde eine Vollzeitlehrperson eingespart werden.

Bereits im Februar wurde die Bevölkerung beider Dörfer über den geplanten Schüleraustausch informiert. Bernhard Horlacher, Gemeindeammann von Schupfart, wie auch Astrid Zeiner erinnern sich, dass die Stimmung nach verschiedenen Fragen, insbesondere zum Schulweg und dessen Sicherheit, grundsätzlich positiv ausgefallen seien. Eine zusätzlich durchgeführte Umfrage bei den direkt betroffenen Eltern bestätigt diese positive Einstellung.

Die Mädchen und Buben können mittels bereits bestehender Postautolinie zu Schule gelangen. Für die Transportkosten der Erst- bis Viertklässler kommt die jeweilige Gemeinde auf. Die Regionalpolizei wird für die Verkehrsschulung der Fünft- und Sechstklässler, die mit dem Velo zwischen den Gemeinden unterwegs sind, besorgt sein.

Schulvertrag und Fusion

Obermumpf und Schupfart befinden sich zurzeit gemeinsam mit Mumpf und Stein in einem Fusionsabklärungs-Prozess. Was bedeutet dies für den Schulvertrag? Darauf Bernhard Horlacher: «Der Austauschvertrag ist auf die beiden Schuljahre 2016/2017 und 2017/2018 befristet. Bei Zustandekommen des Zusammenschlusses ist die Schullandschaft neu zu organisieren.»

Im Schlussbericht und im Entwurf des Zusammenschlussvertrages sei festgehalten, dass die Primarschulen möglichst in den Ortsteilen verbleiben sollen. «Was nur mit Schüleraustausch zwischen Ortsteilen möglich sein wird. Das heisst, dass ein Schüler-Austausch unabhängig von einer möglichen Fusion stattfinden wird und stattfinden muss», so Horlacher.

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