Jérôme Kym stellt sein grosses Talent einmal mehr eindrücklich unter Beweis. Nachdem der 14-Jährige aus Möhlin bereits im vergangenen Jahr für Furore gesorgt hatte – unter anderem mit dem Gewinn der Goldmedaille an der U14-Team-Weltmeisterschaft – ist er jetzt auch fulminant ins 2018 gestartet. An den Junioren Schweizer Meisterschaften vom letzten Wochenende hat Kym, der erstmals in der Kategorie U16 angetreten war, gleich den Titel geholt.

Obwohl er an Nummer Drei gesetzt war und damit zu den Favoriten gehört hat, ist das eine mehr als beachtliche Leistung. Eine Leistung, mit der sich der Youngster gar selbst ein wenig überrascht hat, wie er am Tag nach seinem Triumph zugibt. «Ich hatte mir den Titel eigentlich gar nicht zugetraut. Erst als ich im Halbfinal stand, habe ich realisiert, dass ich das Turnier sogar gewinnen kann. Ab diesem Moment hatte ich nichts mehr zu verlieren. Ich hatte die Medaille auf sicher und konnte frei aufspielen», so Kym.

Der Kopf war entscheidend

Und das war der Schlüssel zum Erfolg im Halbfinal, wo Kym gegen seinen Trainingspartner und besten Kollegen Leandro Riedi spielen musste. «Ich wusste genau, wie er spielt. Trotzdem versuchte ich, nur auf mich zu schauen und nicht anders zu spielen als sonst. Es war aber trotzdem ein sehr schwieriges Match für mich», blickte Kym auf das Halbfinal-Duell gegen Riedi zurück, das er mit 7:5, 6:4 gewinnen konnte. Obwohl er nach diesem Spiel körperlich und mental müde war, stand die grösste Hürde noch bevor: das Kräftemessen mit der Turniernummer Eins, Jeffrey von der Schulenburg.

Gegen den Zürcher konnte Kym bislang noch nie gewinnen. Zuletzt verlor er vor zwei Jahren im Halbfinal der Schweizer Meisterschaften in drei Sätzen. Und auch diesmal ging das Match über die volle Distanz. «Es war eine sehr intensive Partie.

Am Ende spielte es keine Rolle mehr, wer die besseren Grundschläge hatte oder besser servierte. Das Einzige, was noch zählte, war der Kopf. Ich wusste zu Beginn des dritten Satzes, dass derjenige gewinnen würde, der mental stärker ist.» Und das war der 14-jährige Fricktaler. Mit 7:6, 4:6, 6:3 setzte er sich durch und wurde dafür mit der Goldmedaille belohnt. «Hinter diesem Titel steckt viel harte Arbeit, aber auch meine Familie und mein Team sind enorm wichtig. Ohne ihre Unterstützung und Motivation hätte ich nicht gewonnen», so Kym.

Premiere für junge Fricktalerin

Eine Premiere feierte derweil Chelsea Fontenel. Die 13-jährige Fricktalerin war in der Kategorie U14 eine Klasse für sich und musste auf dem Weg zu ihrem ersten Titel an den Junioren Schweizer Meisterschaften keinen Satz abgeben. «Dieser Sieg gehört zu meinen grössten Erfolgen bis jetzt. Nach zwei Bronzemedaillen den ersten Titel zu holen, ist etwas ganz Besonderes», freute sich Fontenel.

Obwohl ihre Matches sehr deutlich ausfielen, wurde sie gegen Ende des Finalspiels doch noch etwas nervös. «Ich muss zugeben, dass ich schon vor dem Ende des Spiels immer mal wieder an den Titel gedacht habe. Ich habe aber versucht, das so gut wie möglich auszublenden», so Fontenel. Geholfen hat ihr dabei eine schlechte Erfahrung, die sie vor zwei Jahren ebenfalls an den Junioren Schweizer Meisterschaften gemacht hatte.

Damals führte sie im dritten Satz ihres Halbfinals mit 5:1, hatte Matchball und verlor trotzdem. «Ich wollte verhindern, dass mir das noch einmal passiert», sagte Fontenel. «Zum Glück ist mir das gelungen. Es war ein toller Moment, das Finale zu gewinnen, auch wenn ich einen Moment brauchte, um zu realisieren, dass ich tatsächlich Schweizer Meisterin geworden bin.»