Zwei Schüler der Kantonsschule Aarau beschäftigten sich mit der Frage, «soll Wittnau Energiestadt werden?» Marco Hennet und Matthias Müller erstellten als Maturitätsarbeit eine Vorstudie zum Energiestadt-Label. Sie kamen zum Schluss, dass sich Wittnau mit geringem finanziellem Aufwand das Label erwerben könnte.

Label für vorbildliche Gemeinden

Das Label Energiestadt ist ein Leistungsausweis für Gemeinden, die eine nachhaltige Energiepolitik betreiben. Sowohl Städte wie auch Dörfer können sich dafür bewerben. Energiestädte fördern erneuerbare Energien und umweltverträgliche Mobilität. Das heisst, dass sie beispielsweise Solarzellen benützen, um ihre öffentlichen Gebäude zu heizen.

Gemeinden, die das Label bekommen wollen, werden von einer unabhängigen Kommission geprüft. Wittnau ist noch nicht bei Energiestadt dabei. Die beiden Kantonsschüler Marco Hennet und Matthias Müller waren aber der Ansicht, dass sich der Beitritt lohnen würde. Deshalb analysierten sie die Gemeinde nach den Vorgaben der Energiestadt-Kommission. Da Matthias Müller in Wittnau wohnt, war es für ihn naheliegend, sich mit seinem Heimatdorf zu befassen.

Katalog mit 87 Punkten

Er tat sich mit Marco Hennet zusammen, der sich für Energiefragen interessiert und später an der ETH Umweltingenieur studieren will. Die beiden teilten die Arbeit untereinander auf. «Es war ein riesiger Aufwand, jeder von uns hat 120 Stunden daran gearbeitet», sagt Hennet. Zudem habe es lange gedauert, bis sie sich im Thema zurechtfanden. «Je mehr wir dann darüber wussten, desto mehr Spass machte es», sagt Müller.

Der Massnahmenkatalog des Labels Energiestadt umfasst 87 Punkte. 50 Prozent davon müssen erfüllt sein, damit eine Gemeinde die Auszeichnung bekommt. Hennet und Müller fanden heraus, dass Wittnau schon einige Punkte erfüllt. Unter anderem dank einer Holzschnitzelheizung für alle Haushalte kommt die Gemeinde auf 41 Prozent der Punktzahl.

Viel Ertrag mit wenig Aufwand

Die fehlenden 9 Prozent könnte die Gemeinde kostengünstig aufholen, indem sie ihre Planung mit der Energiekommission verbessert, Kommunikationswege verkürzt oder Fusswege besser beschildert.

Ihre Ergebnisse präsentierten Hennet und Müller dem Gemeinderat. «Der Gemeinderat konnte sich noch nicht zu einem Entscheid durchringen», sagt Müller. «Aber unser Gefühl sagt uns, dass es gut aussieht», sagt Hennet. Eine Bestätigung für ihre gute Arbeit bekamen die beiden kürzlich, als sie ihr Konzept am Infoabend «Fricktal die Energiestadtregion» vorstellten. «Wir bekamen sogar eine Anfrage von der Gemeinde Frick, ob wir auch sie analysieren können», sagt Hennet.

Die 240 Stunden Arbeit leisteten die beiden Schüler gratis. Sie sind überzeugt, dass es dies wert war. «Wir wollten nicht einfach eine Maturitätsarbeit schreiben, bloss damit sie geschrieben ist», sagt Hennet. Es sei ihnen wichtig gewesen, etwas zu tun, das dann auch wirklich umgesetzt werden kann.