Möhlin
Zwei Hürden für die Rösslischüüre

Gegen das Bauprojekt im Möhliner Mitteldorf sind zwei Einsprachen eingegangen.

Nadine Böni
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Im Frühjahr sollen hier die Baumaschinen auffahren: Für das Projekt bei der «Rösslischüüre» wurde die Baubewilligung erteilt. nbo/archiv

Im Frühjahr sollen hier die Baumaschinen auffahren: Für das Projekt bei der «Rösslischüüre» wurde die Baubewilligung erteilt. nbo/archiv

Nadine Böni

Es war klar, dass dieses Projekt zu reden gibt: Bis Ende Januar lagen bei der Gemeinde Möhlin drei Baugesuche für die Umgestaltung des Areals um die altehrwürdige «Rösslischüüre» auf. Die beiden Gebäude – einerseits die Scheune und andererseits das ehemalige Restaurant mit dem Wohnhaus – sind die letzten Überbleibsel des alten Möhliner Mitteldorfs. Bei der Scheune, vor allem bekannt als ehemaliger Spielort des Lehrertheaters und Bühne für Fasnachtspartys, handelt es sich um ein Hochstudhaus mit hohem Giebel, wie sie im 16. und 17. Jahrhundert gebaut wurden. Es steht unter Substanzschutz.

Entsprechend viele Möhliner Herzen hängen am Erhalt des alten Gebäudes und seiner Umgebung. Nun gibt es auch Widerstand gegen das geplante Bauprojekt: Bei der Gemeinde sind zwei Einsprachen gegen die Baugesuche eingegangen.

Geplant ist ein Umbau der Rösslischüüre, die unter Substanzschutz steht. Im Erdgeschoss soll ein Restaurant entstehen mit Hotelzimmern im ersten Stock. Verschwinden hingegen soll das ehemalige Restaurant Rössli und das Wohnhaus. Geplant ist hier ein zweistöckiges Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen. Auf dem freien Areal auf der Seite Brunngasse ist ausserdem ein zweites, dreistöckiges Mehrfamilienhaus mit acht Wohnungen vorgesehen.

Lärmimmissionen befürchtet

Bei den Einsprachen gehe es um zwei Themen, sagt René Berger, Leiter der Abteilung Bau und Umwelt der Gemeinde. Zum einen ist das die Verkehrsführung. In den Erdgeschossen der beiden Wohngebäude sind Gewerbeflächen geplant, in der heutigen Rösslischüüre ein Restaurant mit Hotelzimmern. «Die Einsprache steht in Zusammenhang mit den möglichen Immissionen bei der An- und Wegfahrt bei diesen Dienstleistungsbetrieben», erklärt Berger.

Zum anderen sei das Volumen des geplanten Wohnhauses an der Brunngasse Grund für eine Einsprache. Beide Einsprachen kommen von direkten Anstössern des Areals.

Bauherrin und Architektin Marina Zimmermann Maiorano zeigt sich von den Einsprachen nicht überrascht: «Ich bin davon ausgegangen, dass noch Klärungsbedarf bestehen könnte», sagt sie. Entsprechend ist im Zeitplan für das Projekt das erste Quartal des Jahres für das Bewilligungsverfahren eingerechnet. Gemäss diesem könnte im Sommer mit dem Bau begonnen werden.

Verhandlungen im März

«Ob die Einsprachen Einfluss auf den weiteren Zeitplan haben, lässt sich zum heutigen Zeitpunkt noch nicht beurteilen», so Zimmermann Maiorano. Das hänge auch davon ab, wie die Einigungsverhandlungen mit den beiden Einsprechern verliefen. Da es sich um drei verschiedene Baugesuche handelt, wäre es theoretisch auch möglich, dass die Erstellung der beiden Wohnbauten separat vom Umbau der Scheune vorangetrieben wird – oder umgekehrt.

Aktuell ist die Bauherrin daran, eine Stellungnahme zu den beiden Einsprachen abzugeben. So wie dies in einem solchen Fall üblich ist. Danach kommt es dann zu den Einwendungsverhandlungen zwischen der Bauherrin und den beiden Einsprechern. René Berger geht davon aus, dass diese entweder Ende März oder dann Anfang April stattfinden werden.

Erste Wohnungen reserviert

Positiv stimmt die Bauherrin und Architektin der vor einigen Monaten angelaufene Verkaufsprozess der 14 geplanten Eigentumswohnungen. «Die Nachfrage ist da», sagt Zimmermann Maiorano. Einige Wohnungen seien bereits reserviert. Auch einen Pächter für das in der Rösslischüüre geplante Restaurant gäbe es bereits: die Trinamo AG. Diese betreibt in Möhlin den Mittagstisch und im Rheinfelder Salmenpark das Bistro «Joe Pepper». Das Sozialunternehmen bietet Beschäftigungsprogramme, etwa für Sozialhilfebezüger.