Vor kurzem hat sich die Mitgliederzahl des Verbandes Schweizerischer Zaunfabriken (VSZ) verdoppelt. Nachdem sich ein Berufsbildungsprojekt für Zaunbauer nicht realisieren liess, haben sich die daran beteiligten Firmen dem VSZ angeschlossen. Heute zählt der Branchenverband 38 Mitglieder mit rund 530 Beschäftigten, erzählt die Verbandspräsidentin Theresa John von der Firma John AG Zaunbau in Eiken. Seit 2011 leitet die Fricktalerin, wohnhaft in Ueken, diesen kleinen Verband, der vor 60 Jahren als eigenständiger Branchenverband gegründet wurde. Aus gewerbehistorischen Gründen ist er seit Bestehen der Holzindustrie Schweiz (HIS) als Dachorganisation angeschlossen.

«Eine der grossen Herausforderungen ist es, unsere Position als eigenständiger Verband auszubauen und gegen Vereinnahmungen grösserer Verbände zu verteidigen», sagt Theresa John. Bereits vor 15 Jahren leitete sie den VSZ während fünf Jahren als Präsidentin – wohlgemerkt als einzige Frau im Verband. Darüber hinaus arbeitete sie in verschiedenen anderen Vorstandsressorts. «Ich fühle mich im Verband akzeptiert und wohl. Möglicherweise bin ich als Frau neutraler und geniesse dadurch ein grosses Vertrauen bei meinen Verbandskollegen.»

Kampf gegen Preisdumping

An Herausforderungen an die Präsidentin und ihre Vorstandskollegen mangelt es nicht. Der Kampf gegen Preis- und Lohndumping durch Zaunbauer aus dem Ausland ist eines der Probleme der Branche. Verbandsmitglieder sind dem Gesamtarbeitsvertrag der Holzindustrie angeschlossen. Damit setzen sie sich für motiviertes, gut bezahltes Personal ein.

Projekte zur Qualitätssicherung, Unfallverhütung und regelmässige Weiterbildung innerhalb der Branche gehören ebenfalls dazu, dass sich die Branche gegen Konkurrenz durchsetzen kann. Zurzeit werden auch Projekte diskutiert, die dem Fachkräftemangel innerhalb der Zaunbaubranche entgegenwirken. Überlegt wird etwa die Integration von Asylbewerbern ins Berufsleben nach dem Beispiel der Gastro-Branche.

«Als kleiner Verband sehen wir uns mit den gleichen Problemen und Herausforderungen konfrontiert wie grosse Verbände. Allerdings verfügen wir nicht über dieselben Ressourcen und sind daher umso mehr auf die aktive Mitarbeit und Unterstützung durch unsere Mitglieder angewiesen.»

Theresa John schätzt bei ihrer Arbeit im Vorstand den regelmässigen Erfahrungsaustausch. Zudem sei sie stets auf dem neuesten Stand über aktuelle Entwicklungen innerhalb der Branche. Die Führung des Verbandes möchte sie in den nächsten Jahren an jüngere Mitglieder weiter geben.

Strategische Ziele festlegen

Wie der Vater so der Sohn – diese Redewendung hat im Fall von Valentin Schmid und seinem Vater Richard gleich mehrfach Gültigkeit. Valentin Schmid hat vor gut zwei Jahren von seinem Vater die Richard Schmid Elektrofachgeschäft AG in Zeihen übernommen. Seit 2013 leitet der 33-Jährige aus Aarau die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft Biologische Elektrotechnik (SABE Schweiz). Der Verband wurde 1987 gegründet und zählt heute rund 50 Mitglieder. Zu ihnen gehören Personen und Firmen, die in der Elektroplanung, -ausführung sowie Ingenieur- und Messtechnik tätig sind. Richard Schmid wirkte in den 80er-Jahren beim Aufbau der Organisation massgebend mit. Als Präsident ist Valentin Schmid Anlaufstelle für bestehende und neue Mitglieder. Weiter legt er zusammen mit seinen Vorstandskollegen die strategischen Ziele des Verbandes fest, leitet Sitzungen und die Generalversammlung. Pro Monat investiert Valentin Schmid gut zwei Tage für die Verbandsarbeit.

Die Aus- und Weiterbildung der Mitglieder gehört zu den wichtigen Aktivitäten der SABE Schweiz und dient zur Qualitätssicherung. Weiter machen sich Valentin Schmid und sein Team für die Information und Aufklärung rund um elektromagnetische Strahlungen stark. «Viele Menschen klagen über Symptome wie Kopfweh oder Schlafstörungen, die zum Teil eng mit den Folgen von niederfrequenten Elektrofeldern und hochfrequenter Strahlung zusammenhängen. Mit unseren fundierten Messtechniken und Massnahmen wollen wir vertrauenswürdige Partner sein», betont Valentin Schmid.

Auf der politischen Ebene setzt sich der Verband für tiefere Grenzwerte bei Nieder- und Hochfrequenzstrahlungen ein. Dies sei kein einfaches Unterfangen, sagt der Verbandspräsident, angesichts des hohen Drucks vonseiten der neuen Technologien und Interessen der Wirtschaft. Hinzu kommt: Derzeit fehlt es in Bern an Lobbyisten, die die Interessen von SABE und den Elektrobiologen allgemein vertreten. In Zukunft möchte Valentin Schmid seinen Verband noch stärker positionieren und weitere Unternehmen aus der Elektroinstallationsbranche als Mitglieder gewinnen.