Kaisten

Zwei Freundinnen, die auf dem Spielfeld nicht zu schlagen sind

Fünf Trainings pro Woche waren es wert: Jill Frangi und Rebekka Merkofer aus Kaisten sind Schweizer Meisterinnen im Beachvolley. Die beiden machen auch neben dem Feld viel zusammen. Sie wohnen im gleichen Dorf, gehen in die gleiche Schule.

Unzertrennlich wie ein Ehepaar sitzen die beiden Mädchen nach dem Training in der Turnhalle beisammen. Jill Frangi und Rebekka Merkofer wohnen im gleichen Dorf, besuchen die gleiche Klasse der Bezirksschule, verbringen ihre Ferien am liebsten am Strand, wollen beide mit Sicherheit nie im Büro arbeiten. Und beide spielen nicht nur gern Volleyball, sie sind auch gut. Sehr gut. Vor zwei Wochen holten sie sich an den Schweizermeisterschaften in Zug die Goldmedaille in der Kategorie U15.

«Es war schon unglaublich», erinnert sich Rebekka. «Über 200 Zuschauer sassen auf der Tribüne. Da war ich schon ein bisschen nervös», ergänzt Jill. Auf der Tribüne sass auch ihr Vater, seinerseits Volleyballtrainer bei Volley Smash 05 Laufenburg-Kaisten, ihrem Hallen-Team. Walter «Wale» Frangi spricht von einer «perfekten Punktlandung». An jenem Wochenende hätten die beiden Mädchen ihr bestes Beachvolley gezeigt.

In der Tat, der Blond- und Braunschopf ergänzen sich prima: Rebekka sei super in der Abnahme, sagt Jill. «Kaum ein Ball, den sie nicht erhechten kann.» Jill ihrerseits habe einen wuchtigen Smash, sagt Rebekka über ihre um ein paar Zentimeter grössere Teampartnerin. «Sie pfeffert den Ball immer schön knapp über die Netzkante.» Ihr Erfolgsrezept: Viel Schlaf und vor jedem wichtigen Spiel eine Schoggibanane, immer schön gerecht in der Mitte geteilt.

Volley schon im Windelalter

Der Sport wurde den beiden Kaisterinnen schon in die Wiege gelegt. Jill spielt Volleyball schon seit ihrem 3. Lebensjahr. Ihr Vater hat als Volleytrainer bei Smash 05 ihre Karriere ständig begleitet. Auch ihre Mutter stand früher am Netz und ihre Brüder haben irgendwann auf Fussball gewechselt. Ähnlich ist es bei Rebekka. Auch sie entstammt einer sportbegeisterten Familie.
Im Sand sind Jill Frangi und Rebekka Merkofer seit fünf Jahren ein Paar. Beachvolley ist ihre Leidenschaft, denn Beachen sei intensiver als Volleyball, da man im Zweierteam bei jedem Spielzug an den Ball komme. Ausserdem könne man im Sand besser hechten als auf dem harten Hallenboden. Dass sich die Sandkörner nach Ernstkämpfen zuweilen auch noch mehrere Tage in den Ohren festsetzen, stört die beiden Freundinnen nicht.

Abgebrüht wie die Profis

Der Erfolg ist dem Duo nicht einfach in den Schoss gefallen. Trainings am Dienstag, Mittwoch, Freitag und Samstag sind fix. Manchmal kommt noch der Donnerstag hinzu. «Wir trainieren schon viel», räumt Jill ein. «Aber wir machens halt einfach gern.»

Die Freude ist den beiden Mädchen anzusehen. Nicht aber ihre Abgebrühtheit. Auf dem Feld kommunizieren sie wortlos mit Fingerzeichen hinter dem Rücken, genau wie die Profis. Wenn Rebekka etwa Zeigefinger an Zeigefinger hält, erwartet sie von Jill einen Service in die Feldmitte, sodass sich hoffentlich keine der beiden Gegnerinnen für die Abnahme zuständig fühlt. Ausserdem: «Wenn wir merken, dass eine der beiden Gegnerinnen schwächer ist, spielen wir konsequent auf diese», sagt Jill. Das sei so üblich auf ihrem Niveau, rechtfertigt sich Rebekka. «Die Gegnerinnen machten das bei uns auch so.»

Deren Pech einzig, dass am Turnier weder Jill noch Rebekka die Schwächere war.

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