Wallbach
Zuschauer zeigen kein Mitleid mit dem Möchtegern-Casanova

Der Turnverein Wallbach präsentierte gekonnt die spitzzüngige witzige Komödie «Room Service».

Ingrid Arndt
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Komödie "Room Service" Der Turnverein Wallbach präsentierte gekonnt die spitzzüngige witzige Komödie «Room Service».
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Komödie "Room Service" Der Turnverein Wallbach präsentierte gekonnt die spitzzüngige witzige Komödie «Room Service».
Komödie "Room Service"
Komödie "Room Service" Der Turnverein Wallbach präsentierte gekonnt die spitzzüngige witzige Komödie «Room Service».
Komödie "Room Service" Der Turnverein Wallbach präsentierte gekonnt die spitzzüngige witzige Komödie «Room Service».

Komödie "Room Service" Der Turnverein Wallbach präsentierte gekonnt die spitzzüngige witzige Komödie «Room Service».

Ingrid Arndt

So kann es gehen: Was als dienstlich getarnter Trip zur jungen Geliebten nach Davos gedacht war, endete, wie soll es in einer Komödie auch anders sein, für den Schwerenöter Dr. Hanspeter Kessler (Willi Kaufmann) in einer nicht enden wollenden Abfolge von Pleiten, Pech und Pannen. Die Premieren-Besucher des Stücks «Room Service» von R. E. Britterling amüsierten sich köstlich und hatten so gar kein Mitleid mit diesem Möchtegerne-Casanova.

Bereits seit 1982 pflegt der Turnverein Wallbach neben dem Sport mit Begeisterung auch dieses Hobby. Unter der Regie von Annalis Kaufmann studierten sie diese spitzzüngig witzige Produktion ein, agierten genussvoll mit viel eigenem Spass auf der Bühne, warfen sich in atemberaubenden Tempo die «Bälle» zu, waren ironisch, scharfsinnig, betrieben herrliche Wortakrobatik, hatten jede Menge Freude an zweideutigen Situationen, zeigten sich gerne auch mal recht freizügig.

Zum Inhalt: Hanspeter Kessler, studierter Verhaltensforscher und als Mensch ein ziemlicher Egoist, fährt zum Kongress nach Davos. Unerwartet fährt diesmal seine Frau Tina (Alexandra Kaufmann) mit, die gewitzt und schlagfertig noch jede pikante Situation meistert.

Notlügen und Missverständnisse

Um doch noch seine verheiratete Geliebte Jessica (Sabrina Kaufmann) treffen zu können, halst er seinem Assisten Georg (Dieter Rua) nicht nur die Organisation dafür auf, ein ungestörtes Liebesnest zu finden, sondern verdonnert ihn auch noch zum Referenten, der seinen Vortrag halten soll.

Einfach umwerfend, wie Georg, scheinbar etwas begriffsstutzig und unbeholfen, immer wieder sein ungläubiges «Jesses nei» ausstösst, dabei sein Gesicht mimisch derartig zerknautscht, dass es einem alten Papierknäuel ähnelt. Hanspeter Kessler behauptet überheblich von seinem Assistenten, er habe das Temperament einer Wanderdüne. Na, wenn er sich da nicht mal gewaltig irrt.

Notlügen, Missverständnisse und Verwechslungen nehmen ihren Lauf, Kessler verliert zeitweise total die Übersicht über seine Alias-Namen und die Zimmernummern im Quartier. Dabei duldet Hoteldirektor Roggi (Roland Kaufmann) in seinem Haus keine sittlichen Verfehlungen.
Rosa Fink, Georgs resolute Mutter (Vreni Zimmermann), und Frau Meschenmoser (Corinne Rua) kämpfen unverdrossen für die Macht der Frauen. Hotelkellner Giovanni (Alfons Kaufmann) geht liebenswert frech ohne Umschweife auf seine Ziele zu, Jessicas gutgläubiger Ehemann (Daniel Grüter) kämpft sich mit gebrochenen Bein humpelnd durch’s Geschehen. Zimmermädchen Roswitha (Joelle Allenspach) lieferte als peitschschwingende Domina eine herrliche Paradeeinlage.

Die Premiere dieser 21. Produktion des Turnvereins Wallbach war ein Genuss, brillant dargeboten, unterhaltsam und anspruchsvoll.

Weitere Aufführungen in der Mehrzweckhalle Wallbach am Freitag, 24. November und Samstag, 25. November, jeweils 20 Uhr.

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