Zusammenschluss
Eine gemeinsame Feuerwehr für das ganze Sisslerfeld: Gemeindeversammlungen entscheiden über Fusion

2016 fusionierten die Feuerwehren von Münchwilen und Eiken-Sisseln zur Feuerwehr Sisslerfeld. Nun könnte der Zusammenschluss noch einmal Zuwachs bekommen: An den Gemeindeversammlungen vom 26. November entscheiden die Stimmberechtigten über die Fusion der Feuerwehren Stein und Sisslerfeld. Das soll vor allem finanzielle Vorteile bringen – aber nicht nur.

Nadine Böni
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Die Feuerwehr Sisslerfeld – hier bei einer Übung 2016 – könnte bald für das ganze Sisslerfeld zuständig sein.

Die Feuerwehr Sisslerfeld – hier bei einer Übung 2016 – könnte bald für das ganze Sisslerfeld zuständig sein.

Zvg /Aargauer Zeitung

Noch im August erhielt die Feuerwehr Stein ein neues Fahrzeug. Das Pionierfeuerwehrfahrzeug ersetzte einen in die Jahre gekommenen Wagen. «Anlässlich einer Reparatur musste festgestellt werden, dass das Fahrzeug nicht mehr die notwendige Zuverlässigkeit aufweist, die von einem Rettungsfahrzeug zwingend erwartet wird», teilte die Gemeinde damals mit. Die Investition aber sei «nur sehr zurückhaltend bewilligt worden», hiess es weiter. Denn:

«Die aktuellen Verhandlungen mit den Gemeinden Eiken, Münchwilen und Sisseln zielen auf einen Zusammenschluss mit der Feuerwehr Stein ab.»

Nun wird das Ganze konkret. An den Einwohnergemeindeversammlungen – sie finden in allen betroffenen Gemeinden am 26. November statt – wird der Zusammenschluss der Steiner Feuerwehr mit der Feuerwehr Sisslerfeld der Gemeinden Eiken, Münchwilen und Sisseln auf den 1. Januar 2023 beantragt. Das geht aus einer Publikation der Gemeinde Stein hervor. Für die Bevölkerung findet am Donnerstag, 21. Oktober, um 19.30 Uhr im Saalbau Stein eine Informationsveranstaltung zu diesem Geschäft statt.

Finanzielle Vorteile sind ein Argument

Die Idee einer Fusion sei keineswegs neu, sagt Beat Käser, Ammann von Stein und vor seinem Amtsantritt Kommandant der Steiner Feuerwehr. Tatsächlich: Bereits zu Beginn des Jahrtausends verhandelten die Gemeinden Münchwilen und Stein über eine Fusion der Feuerwehren. Das Vorhaben aber scheiterte, weil Stein mitten in den Abklärungen über eine Gemeindefusion steckte. Münchwilen schloss sich später auf Anfang 2016 mit der Feuerwehr Eiken-Sisseln zur Feuerwehr Sisslerfeld zusammen.

Beat Käser, Gemeindeammann von Stein.

Beat Käser, Gemeindeammann von Stein.

Benibasler.com / Aargauer Zeitung

Käser ist überzeugt, dass nun der richtige Zeitpunkt gekommen ist, mit einer weiteren Fusion eine gemeinsame Feuerwehr für das gesamte Sisslerfeld zu schaffen. Dies brächte einerseits auf personeller Ebene eine Entlastung, andererseits vor allem auch auf finanzieller Ebene. Käser sagt:

«Ich sehe bei einer Fusion deutliches Einsparpotenzial, etwa bei der Beschaffung von neuem Material.»

Die Feuerwehren erhalten Subventionen der Aargauischen Gebäudeversicherung (AGV), wenn sie neue Geräte und Fahrzeuge beschaffen oder Gebäude erstellen. Es sind Beiträge, die Stein aufgrund des «nicht ausgenutzten Optimierungspotenzials» – Stichwort Zusammenschluss mit einer anderen Feuerwehr – seit einigen Jahren nicht mehr erhält, nach einer Fusion aber wieder erhalten würde.

Und Käser denkt schon weiter. Schliesslich gibt es Überlegungen, im Sisslerfeld ein gemeinsames Kompetenzzentrum verschiedener Blaulichtorganisationen zu schaffen, darunter die Gemeinde- und Industriefeuerwehren sowie der Rettungsdienst des Gesundheitszentrums Fricktal. Bis es so weit ist, seien noch «einige Hürden» zu nehmen, sagt Käser. Aber: «Die Fusion der Feuerwehren wäre auch diesbezüglich bestimmt kein Nachteil.»

Rainer Schaub, Gemeindeammann von Sisseln.

Rainer Schaub, Gemeindeammann von Sisseln.

Horatio Gollin (19. September 2021)

Personell gut aufgestellt

Das sieht auch Rainer Schaub, Gemeindeammann von Sisseln, so. Er streicht in seiner Argumentation vor allem den langfristigen Nutzen hervor. Da sei etwa die Personalsituation. «Aktuell sind die Feuerwehren gut aufgestellt», sagt Schaub. Die beteiligten Gemeinden würden in den nächsten Jahren aber wohl weiterwachsen.

«Mit einer Fusion steht man auch künftig personell gut da.»

Die finanziellen Einsparungen wiederum seien für Eiken, Münchwilen und Sisseln unmittelbar nicht so gross wie für Stein. Aber: «Langfristig wird es sich auszahlen, wenn wir die Belastung auf mehr Schultern verteilen können», so Schaub.

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