Derbys haben ihren eigenen Charakter – und so entwickelte sich auch die Partie zwischen Birsfelden und Möhlin zu einem nervenaufreibenden Abnützungskampf. Die Startphase begann bereits mit einem Siebenmeter für Birsfelden.

Möhlins Torwart Rok Jelovcan parierte und Marcus Hock erzielte nach ein, zwei tollen Spielzügen, den Führungstreffer. Es war der erste von je neun ausgesprochenen Penaltys auf beiden Seiten, welche an diesem Abend auffallend oft angezeigt wurden. Die Gäste aus dem Fricktal legten so schon mal vor und Birsfelden versuchte ebenso, mit viel Zug aufs Tor ins Spiel zu kommen.

Nach acht Minuten Spielzeit erzielten die Hafenstädter zunächst den Ausgleich zum 4:4. Doch Möhlin landete seinerseits nach genau 13 Sekunden ebenfalls einen sehenswerten Abschluss via Mischa Wirthlin von links aussen.

Birsfeldens nächster Abschluss wurde von Torhüter Jelovcan zunichtegemacht und Marcus Hock passte wenig später den Ball an den Kreis zu Neuzugang Karlo Ladan, der den zweiten Führungstreffer für seine Mannschaft markierte.

Möhlin kann sich nicht absetzen

In der 14. Spielminute entschieden die Schiedsrichter auf Zeitstrafe gegen Mischa Wirthlin und Möhlin musste in Unterzahl weiterspielen. Da das Spiel der Fricktaler in dieser Phase zudem nicht gefeit war vor technischen Fehlern, schaffte es Birsfelden immer, knapp hinter Möhlin zu liegen.

Nach dem ersten Drittel reichten ein Fehler und eine erneute Unterzahl und die Gastgeber schafften den Ausgleich zum 9:9, via Siebenmeter. Wenig später musste Birsfeldens Marco Müller wegen einer Tätlichkeit an Florian Doormann auf die Bank und Möhlin ging schliesslich mit einem Tor Vorsprung in die Pause.

Im zweiten Durchgang wurde schnell klar, es würde nervenaufreibend weitergehen. Die beiden Schiedsrichter hatten eine schwierige Aufgabe und ihre Entscheide waren für die Fanblocks oft schwierig nachzuvollziehen. Beide Teams begingen nun ebenfalls Fehler.

Resultatmässig lag Birsfelden immer mal wieder vorne und Möhlin musste seine Strafen abarbeiten und wieder gut aufbauen, um den Gegner in Schach zu halten. Vielleicht war jene Siebenmeter-Szene, in der Jonas Buholzer über das Tor schoss und eine weitere Chance vergab, sinnbildlich für die nervenaufreibenden Momente, die nicht den wirklichen Formstand der Mannschaft manifestierten.

Wende in der Schlussphase

Doch Möhlin gab nicht auf. Nach einem veritablen Schlagabtausch, welcher in der 39. Minute mit der roten Karte für den Birsfelder Ramon Morf endete (17:15), schafften die Fricktaler erneut den Ausgleich, ehe Pascal Oberli für den Gastgeber wieder erhöhte.

Doch die Möhliner waren nun spielerisch agiler und irgendwann entglitt den Birsfeldern das Heft. Sie mussten die Führung sieben Minuten vor Spielende langsam aber sicher abgeben.

Ein starker Marcus Hock legte zum 23:22 vor, Torhüter Jelovcan parierte hinten entscheidend und ein weiterer zugesprochener Siebenmeter brachte die Gäste zurück auf die Siegesstrasse.

Als dann Florian Doormann in der 59. Minute den Drei-Tore-Vorsprung herbeiführte, war der Sieg greifbar. Der TV Möhlin gewinnt damit auch sein zweites Meisterschaftsspiel auswärts, nach einer veritablen Parforceleistung und liegt auf Rang zwei der Tabelle. (AZ)