Über ein Dutzend ausgemusterte Personen-, Güter- und Spezialwagen stehen auf Abstellgleisen beim Bahnhof Stein-Säckingen und bilden regelrechte Geisterzüge, deren Anblick alles andere als eine Augenweide ist: Scheiben sind an diversen Wagen herausgeschlagen, zudem sind sie total versprayt. Ausserdem liegt viel Unrat neben den alten Waggons; Abfall, der von den Aktionen der unbekannten Sprayer zeugt. «Zum ganzen Dreck kommt jetzt auch noch die Gefahr durch Asbest hinzu – das hat gerade noch gefehlt», erfuhr die az Aargauer Zeitung von einem Bewohner des hinter dem Bahnhof liegenden Wohngebiets.

«Die Bahn unternimmt nichts»

«Wir haben alle gar keine Freude an dieser Situation quasi vor unseren Haustüren. Viele Bewohner aus dem Quartier haben sich schon bei den Schweizerischen Bundesbahnen gemeldet und die SBB-Verantwortlichen auf die hier herrschenden Missstände aufmerksam gemacht – aber bis heute ist nichts geschehen; die Bahn unternimmt nichts», erfuhr die az Aargauer Zeitung vom pensionierte Chemikanten August Vögeli. Er wohnt seit 31 Jahren an der Rütistrasse, im Quartier hinter der Bahn.

«Der viele Dreck, der an der Bahnlinie beim Bahnweg herumliegt», wie er formulierte, sei ihm wirklich ein Dorn im Auge, entfuhr es dem rüstigen Rentner, der halt zur Selbsthilfe schritt, als vonseiten der SBB nichts unternommen wurde: «Ich gehe jede Woche und sammle den Unrat ein. Vor drei Wochen gab es bei einer dieser Sammeltouren zum Beispiel einen ganzen Sack voller Mülle. Das reicht von der Getränkedose bis zu Plastikmaterial und natürlich sehr vielen Scherben. Sie können sich nicht vorstellen, was da alles herumliegt – einfach unglaublich», führte er weiter aus.

Freiwillige Putzaktion

Er sei halt dafür besorgt, dass der Verbindungsfussweg, der von der Personenunterführung unter der Bahn hindurch ins Wohngebiet Rüti führt, sauber bleibt. «Der Weg wird ja täglich von vielen Leuten benützt und da sollte einfach Ordnung herrschen. Ich führe ja die ganzen Putzaktionen freiwillig aus; ich verlange nichts dafür. Die Gemeinde Stein unterstützt mich, denn den eingesammelten Unrat darf ich beim Werkhof abliefern. Ausserdem habe ich zum Abfallsammeln von der Gemeinde eine Zange erhalten, damit ich mich nicht ständig bücken muss», schilderte August Vögeli.

Die az Aargauer Zeitung erfuhr von einigen Bewohnern des Quartiers, dass sie sich durch die asbesthaltigen alten Bahnwagen verunsichert, ja sogar verängstigt fühlen.