Möhlin

Zum 100-Jahr-Jubiläum gibts eine Jubiläumsschrift über die Ortsbürgergemeinde

Jubiläumsschrift «100 Jahre Ortsbürgergemeinde Möhlin 2013». chr

Jubiläumsschrift «100 Jahre Ortsbürgergemeinde Möhlin 2013». chr

Im Jubiläumsjahr der Ortsbürgergemeinde Möhlin findet jeden Monat ein feierlicher Anlass statt. Doch das ist nicht alles. Eine dokumentarische Jubiläumsschrift erzählt, was in den letzten 100 Jahren alles geschah und wie Möhlin erzwungen wurde.

Entweder mit Einwohnergemeinden verschmolzen oder ganz abgeschafft, hat in den letzten Jahren die Zahl der Ortsbürgergemeinden landauf, landab stark abgenommen. Zu jenen Orten, in denen die Tradition der Ortsbürgergemeinde geschätzt und entsprechend gepflegt wird, zählt Möhlin. Dort wurden vor 100 Jahren die Nutzungskorporationen «Ortsbürgergemeinde Möhlin-Ryburg», «Ortsbürgergemeinde Möhlin» und die «Corporation Ryburg» per Regierungsratsbeschluss zur Ortsbürgergemeinde Möhlin zusammengeführt.

Die Ortsbürgerkommission hat deshalb beschlossen, das 100-Jahr-Jubiläum gebührend zu feiern. So fand bzw. findet in diesem Jubiläumsjahr jeden Monat eine Veranstaltung statt, und aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der Ortsbürgergemeinde Möhlin wurde eine dokumentarische Schrift herausgegeben. Konzept: Abteilung Wald und Landschaft, Förster Urs Steck sowie Gemeinde Möhlin, Kultur- und Standortmarketing. Die Inhalte stammen von Historiker Linus Hüsser und Walter Hohler.

Waldreglement 1913 genehmigt

Im Juli 1913 erhielt der Gemeinderat Möhlin ein sehnlichst erwartetes Schreiben von Kreisförster Brunner, der mitteilte, der Regierungsrat habe das neue Möhliner Waldreglement genehmigt. «Die Überarbeitung von kommunalen Waldreglementen war normalerweise nichts Aussergewöhnliches. Aber nicht so in Möhlin, wo sich die Einführung schwieriger gestaltete als in anderen Aargauer Gemeinden», so der Historiker Linus Hüsser. Denn «Aarau» weigerte sich, das Ende 1909 vom Gemeinderat Möhlin verabschiedete Reglement abzusegnen. Stein des Anstosses waren die eingangs erwähnten drei Nutzungskorporationen, die sich alle auch noch als Ortsbürgergemeinden bezeichneten und eigene Waldgebiete besassen. Schliesslich willigten auch die Riburger, die in ihrer Ortsbürgergemeinde den Rest einer althergebrachten Autonomie sahen, in die Zusammenführung der drei Korporationen ein.

Seit der Entstehung der Ortsbürgergemeinde Möhlin vor 100 Jahren hat das Ortsbürgerwesen einen gewaltigen Wandel erfahren. So genehmigte der Aargauer Souverän im Jahr 1941 ein neues Gesetz, das eine Zweiteilung des Bürgerrechts in ein Ortsbürger- und in ein Einwohnerbürgerrecht festschrieb.

Bürgernutzen abgeschafft

Das 1981 in Kraft getretene Ortsbürgergemeindegesetz definiert die Ortsbürgergemeinden als «Körperschaften des öffentlichen Rechts mit beschränkter Zweckbestimmung». Abgeschafft wurde der einst bedeutende Bürgernutzen, denn das Gesetz verbietet die kostenlose Abgabe von Naturalien, wie Brennholz oder gar die Auszahlung von Geldbeträgen an die Bürger. So bewirtschaftet die Ortsbürgergemeinde Möhlin heute nicht nur Wald, sie engagiert sich im Dorf auch im kulturellen Bereich.

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