Schupfart
Zugvögel: Eines der letzten Natur-Wunder mit vielen Unbekannten

Anlässlich des internationalen Zugvogeltages wurde auf dem Flugplatz Schupfart vom Naturschutzverein Frick ein Beobachtungsstand eingerichtet. Eine Einführung von «Jurapark Aargau» beleuchtete die Hintergründe des Vogelzugs.

Dieter Deiss
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Am Beobachtungsstand des Naturschutzvereins Frick wurden trotz der misslichen Witterung Zugvögel erspäht. DDS

Am Beobachtungsstand des Naturschutzvereins Frick wurden trotz der misslichen Witterung Zugvögel erspäht. DDS

Ein feiner Nieselregen und eine vom Nebel verhangene Landschaft boten denkbar schlechtes Flugwetter sowohl für die grossen Vögel des Flugplatzes als auch für die gefiederten Vögel der Natur.

Während die grossen Vögel in den Hangaren auf bessere Wetterbedingungen warteten, schalteten ihre gefiederten Kollegen irgendwo in Büschen und Wäldchen auf ihrer Reise in den Süden einen Zwischenstopp ein.

Nur selten wagten es ein paar unentwegte Buchfinken, Bachstelzen und zwei Steinschmätzer, trotz der widrigen Wetterbedingungen, ein Stück ihrer weiten Reise nach Süden unbeirrt fortzusetzen.

Natur-Wunder Vogelzug

Auf Einladung von Jurapark Aargau machte Landschaftsführer Kurt Amsler in der Nähe des Beobachtungsstandes beim Flugplatz Schupfart rund zwanzig Interessierte mit dem Naturwunder Vogelzug vertraut. Nebst den Standvögeln unterscheide man zwischen Teilziehern, Kurzstreckenziehern und Langstreckenziehern.

Als typische Standvögel gelten beispielsweise Hausspatz, Waldkauz und Schleiereule. Ein Teilzieher sei erstaunlicherweise die Amsel, die bei uns bekanntlich im Sommer und Winter heimisch ist. Wie der Referent ausführte, sind dies jedoch nicht dieselben Tiere. Da würden Amseln von uns in wärmere Gefilde ziehen, während Amseln aus dem Norden dann bei uns überwintern. Als Kurzstreckenzieher gelten unter anderem Buchfink, Bachstelze und Feldlerche.

Typische Langstreckenzieher sind Rauchschwalbe und Mehlschwalbe, die im Herbst über die Sahara hinaus nach Süden ziehen. Viele Kleinvögel fliegen nachts, während der Storch als grosser, schwerer Vogel, um Kräfte zu sparen, nach Aufwindmöglichkeiten sucht.

Der «Kompass» der Vögel

Hauptauslöser für den Vogelzug sei die Nahrungssuche. Zugauslösende Faktoren sind gemäss Kurt Amsler Futtermangel, Tageslänge (sogenannte Fresshelligkeit), Frost (gefrorene Gewässer), starker Wetterumschlag, Vererbung und Überpopulation. Die eigentliche Zugdauer hänge von den einzelnen Arten ab und der Wegzug erfolge ab Juli bis Dezember. Der Rückzug findet in den Monaten Februar bis Juni statt.

Für die Orientierung hätten die Vögel verschiedene Möglichkeiten: Sonne, Magnetfeld der Erde, Sternenhimmel, Vererbung und Genetik, aber auch Landmarken wie Flüsse und Küstenstreifen. Insbesondere Jungvögel sind auf ihrem erstmaligen Zug relativ stark gefährdet, beträgt doch dort die Sterberate bis zu 80 Prozent.

«Jahr für Jahr gehen diese Vögel auf eine Weltreise», erzählte Landschaftsführer Kurt Amsler und zeigte abschliessend die, zumeist von Menschenhand geschaffenen Gefahren auf, denen die Millionen von Vögeln auf ihren langen Reisen ausgesetzt sind.