Laufenburg

Zu wenig Herzblut? «Probstei»-Wirtin hört Ende April auf

Im Mai 2015 übernahm Manuela Imhof die «Probstei» in der Marktgasse. Im April 2018 wird sie dort ihre Wirtstätigkeit beenden. dka

Im Mai 2015 übernahm Manuela Imhof die «Probstei» in der Marktgasse. Im April 2018 wird sie dort ihre Wirtstätigkeit beenden. dka

Der kleinen Altstadt-Beiz fehlen die Gäste – Pachtvertrag mit Manuela Imhof wird nicht verlängert.

Es harzt in der «Probstei». Seit einiger Zeit kehren immer weniger Gäste in das kleine Altstadt-Restaurant an der Laufenburger Marktgasse ein. Der Umsatz ist rückläufig und Liegenschaftsbesitzer Guido Maier unzufrieden mit Pächterin Manuela Imhof, die seit Mai 2015 den Gastrobetrieb führt. Laut Aussage von Imhof haben sie und Maier einvernehmlich entschieden, den per Ende April 2018 auslaufenden Pachtvertrag nicht zu verlängern.

Maier kritisiert, dass Imhof bei der Führung des Betriebs zu wenig Initiative und Herzblut gezeigt habe. «Wenn man das Konzept des Vorgängers einfach nur übernimmt, die gleichen Schilder verwendet und keine Neuerungen bringt, darf man sich nach einer gewissen Zeit nicht wundern, wenn keiner mehr kommt», sagt er.

Die Grenznähe ist keine Ausrede

Zwar ist Maier bewusst, dass es für einen Gastrobetrieb an der Grenze zu Deutschland schwierig ist, sich zu behaupten, als Ausrede für die mangelnde Kundschaft lässt er dies jedoch nicht gelten. Er verweist dabei auf die «Kafi Mokka Lounge», die am 1. Juli am Marktplatz – nur unweit von der «Probstei» – eröffnet wurde: «Da sieht man, dass man mit Engagement auch in einem schwierigen Umfeld erfolgreich sein kann.» Als Konkurrenz für die «Probstei» sieht er die «Kafi Mokka Lounge» nicht. Im Gegenteil: «Gut laufende Betriebe erhöhen die Attraktivität der Altstadt und führen dazu, dass diese von mehr Passanten frequentiert wird. Davon kann jeder Gastrobetrieb in der Altstadt profitieren.»

Wirtin Imhof lässt diese Kritik so nicht stehen. Für sie liegt der schwache Umsatz darin begründet, dass es der Altstadt an Touristen und damit an Laufkundschaft fehle. Zudem sei die Sichtbarkeit des Betriebs mangelhaft. «Wegweiser zum Restaurant darf man in der Altstadt nicht aufstellen. Ebenso die bunten Werbeschirme im Sommer, um die Aufmerksamkeit der Passanten auf das Restaurant zu richten», erzählt sie.

Schon als sie im Mai 2015 die «Probstei» übernommen hatte, habe sie es schwer gehabt. Der Grund: Der langjährige «Probstei»-Koch ging und heuerte kurze Zeit später als Koch im Laufenburger «Warteck» an. «Er hat dort die gleiche A- la-carte-Karte gekocht wie in der ‹Probstei›. Damit ist ein grosser Teil unserer Gäste in das ‹Warteck› abgewandert», sagt Imhof.

Koch geht nach kurzer Zeit

Zwar hatte Imhof einen Ersatz-Koch, diesen stellte sie aber aufgrund eines mangelnden Küchen-Umsatzes nach rund eineinhalb Jahren nicht mehr an. «Die Leute haben darüber natürlich geredet. Das war nicht gut für das Image des Betriebs», sagt Imhof.

Nach dem Abgang von Imhof wird Maier versuchen, die «Probstei» möglichst nahtlos als Gastrobetrieb weiterzuführen. Für ihn ist klar: «Es braucht einen engagierten Wirt, um die ‹Probstei› wieder mit Leben zu füllen.»

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