Die Bauarbeiten am 25 Millionen teuren Erweiterungsbau Reha Ost ruhen derzeit. Der Grund: Es ist zu kalt, um zu betonieren. Jedoch geht Matthias Mühlheim, administrativer Direktor der Reha Rheinfelden, nicht davon aus, dass es durch die harsche Witterung zu einer Verzögerung der Fertigstellung kommt, denn: «Solche Unterbrüche können voraussichtlich durch Optimierungen des Bauprozesses kompensiert werden», sagt er.

Werden also Bauunterbrüche im Winter in der Terminplanung berücksichtigt? «Nein, nur höchst selten», sagt Marco Bieri, Geschäftsführer der Obrist Bauunternehmung AG, und schiebt nach, dass die Auftraggeber jedoch meistens Verständnis für die Frost-Unterbrüche zeigen.

Dieses Verständnis ist auch bei vielen Bauten der Obrist AG nötig, denn: «Zu 70 Prozent wurden die Bauarbeiten eingestellt. Es kommt zu einer zeitlichen Verzögerung hinsichtlich der Ursprungsplanung», sagt Bieri.

Im Gegensatz zu den meisten Rohbauarbeiten werden Aus-, Umbau- sowie Ausschalarbeiten ausgeführt. Jedoch verlängern sich bei Frost die Ausschalzeiten und Isolationsarbeiten. Daneben beeinflussen Frostschutzmassnahmen wie Abdecken, Schneeschaufeln und Enteisen die Produktivität und «werden zum grössten Teil nicht vergütet», schiebt Bieri nach.

Hitze ist schlimmer als Kälte

Die Leistung der Arbeiter, die auch bei frostigen Temperaturen auf die Baustelle müssen, wird kaum beeinflusst: «Nasskaltes Herbstwetter und heisse Sommertage setzen den Arbeiter meist mehr zu.

Demgegenüber kann man sich an trockenen Frosttagen warm anziehen. Zudem tragen ein morgendliches Warm-up und warme Getränke dazu bei, die Leistung aufrecht zu erhalten», sagt Bieri.

Mitarbeiter, die aufgrund der Kälte nicht draussen arbeiten können, bleiben bei vollem Lohn auf Abruf zu Hause und bauen Überstunden aus dem Vorjahr ab. Zusätzlich hat das Unternehmen eine Kompensationswoche von Januar bis März eingeplant.

«Wenn aufgrund der Frostperiode länger nicht gearbeitet werden kann, dann melden wir Schlechtwetter bei der Arbeitslosenversicherung an», sagt Bieri.

Dies sei aber aus mehreren Gründen für keinen vorteilhaft: «Erstens steigt der administrative Aufwand. Zweitens müssen wir als Unternehmen drei Kulanztage pro Monat selbst tragen und drittens beträgt die Lohnausfallvergütung für Mitarbeiter lediglich 70 Prozent», erklärt er.