50 000 Franken zahlte die Stadt Rheinfelden bislang jährlich als Unterstützungsbeitrag an die Kindertagesstätte Zottelbär. Dazu kam bis 2015 noch eine Defizitgarantie von 25 000 Franken.

Die anderen Rheinfelder Kindertagesstätten (Kitas) aber erhielten keine finanzielle Unterstützung. Nun ist an der Gemeindeversammlung vom 15. Juni ein Systemwechsel traktandiert.

Das neue Reglement sieht vor, dass der Stadtrat mit allen interessierten Kitas Leistungsvereinbarungen abschliesst und Betreuungsbeiträge an die Eltern auszahlt. Dafür sollen jährlich 100 000 Franken budgetiert werden.

Freie Kita-Wahl

Doch was bedeutet dies finanziell für den «Zottelbär», der nur 24 der aktuell 96 Betreuungsplätze in der Stadt anbietet?

«Es wird sich kaum etwas ändern», ist Monique Juillerat, Leiterin Kommunikation des Vereins Familea, überzeugt. Der Verein hat den «Zottelbär» vor Jahresfrist übernommen. «Für das laufende Jahr gilt eine Übergangslösung», so Juillerat weiter.

Der «Zottelbär» erhalte von der Stadt 50 000 Franken, aber darüber hinaus keine Defizitgarantie mehr.

«Die 50 000 Franken erhalten wir künftig nicht mehr», so Monique Juillerat. Wie viel städtisches Geld künftig via Elternbeiträge an den «Zottelbär» fliesse, sei derzeit noch schwierig abzuschätzen.

Für die Eltern sei das neue System ideal, betont Monique Juillerat. «Bisher wurden sie einer Kindertagesstätte zugewiesen, nun haben sie die freie Kita-Wahl.»

Ein finanzielles Problem für die Kita Zottelbär könnte nur entstehen, «wenn plötzlich alle Eltern ihre Kinder abmelden und in eine andere Kita schicken».

Dafür gibt es aber laut Juillerat keine Anzeichen. «Die Eltern sind zufrieden und nehmen nur selten einen Kita-Wechsel vor, schliesslich haben die Kinder in der Kita ihre Gspänli.»

Investitionen und Umzug

Der Optimismus gründet auch auf dem Geschäftsgang. «Unsere Auslastung ist momentan sehr gut», so Juillerat.

Es könne aber, beispielsweise durch Wegzüge von Familien, kurzfristig zu Änderungen kommen. «Grundsätzlich herrscht in Rheinfelden aber an sich noch kein Überangebot an Kita-Plätzen», sagt Monique Juillerat.

Und so plant der Verein Familea auch Investitionen im Zähringerstädtchen. Er will auf Anfang 2017 die bisherige Lokalität am Zollrain verlassen und ins ehemalige Hotel Ochsen ziehen.

«Die bisherige Liegenschaft ist nicht ideal, da sich die Räumlichkeiten über vier Stockwerke erstrecken», begründet Monique Juillerat die Umzugspläne.

Zudem müssten Sanierungsarbeiten vorgenommen werden. Umbauarbeiten sind auch im «Ochsen» nötig, das Baugesuch soll demnächst eingereicht werden.

Familea geht derzeit von einem Investitionsvolumen von rund 400 000 Franken aus. Auch am neuen Standort sollen 24 Betreuungsplätze zur Verfügung stehen.