Eiken
Zivilschutzzentrum ist vor Weihnachten für Asylbewerber bezugsbereit

Die Vorbereitungen für die Aufnahme von Flüchtlingen im Zivilschutzzentrum laufen. Die Gemeinde sieht genau hin.

Thomas Wehrli
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Wird derzeit auf die mögliche Ankunft von Asylsuchenden vorbereitet: Das kantonale Zivilschutzzentrum in Eiken.

Wird derzeit auf die mögliche Ankunft von Asylsuchenden vorbereitet: Das kantonale Zivilschutzzentrum in Eiken.

Alex Spichale

Der Kanton wappnet sich für den Fall, dass die Kapazitäten der bestehenden Asylunterkünfte über die Festtage nicht ausreichen. Die Asylsuchenden werden in diesem Fall im kantonalen Zivilschutzentrum in Eiken einquartiert. «Die Vorbereitungen sind im Gang», erklärt Balz Bruder, Mediensprecher im Departement Gesundheit und Soziales, auf Anfrage. «Die Anlage ist vor Weihnachten bezugsbereit.»

Eine Prognose, ob es die Anlage brauchen wird, mag Bruder nicht abgeben. Man rechne nicht mit Wahrscheinlichkeiten, sondern sehe sich im Rahmen der Eventualplanung für den Ernstfall vor. Klar ist: Der Bund weist den Kantonen nach wie vor viele Asylsuchende zu – und er wird die Zuweisung, anders als in früheren Jahren, zwischen Weihnachten und Neujahr auch kaum aussetzen.

In Eiken beobachtet man die Entwicklung sehr genau. Gemeindeammann Patrik Balmer glaubt derzeit «eher weniger», dass das Zivilschutzzentrum über die Festtage wirklich zur Asylunterkunft umfunktioniert wird. Falls doch, dann rechnet er mit 20 bis 50 Asylsuchenden, «wie es uns der Kanton beim ersten Gespräch zugesichert hat», so Balmer. Damit könne er leben. «Eine Vollbelegung hingegen ist meines Erachtens unrealistisch.» Kapazität hat das Zivilschutzzentrum für maximal 300 Personen.

Mehrmalige Nutzung möglich

Klare Vorstellung hat Balmer auch über den Zeithorizont: «Der Kanton sagte, dass er das Zivilschutzzentrum höchstens einige Wochen als Asylunterkunft nutzen werde. Auf diese Aussage werden wir ihn behaften.» Beim Kanton tönt es etwas vager. Die Anlage stelle eine Rückfallebene dar, so Bruder. «Sie kann benutzt und wieder abgelöst werden, um später wieder aktiviert zu werden, wenn es nicht anders geht.»

Für Balmer ist deshalb klar: «Es braucht Mitte Januar ein klärendes Gespräch mit dem Kanton.» Falls der Kanton das Zentrum länger oder immer wieder als Asylunterkunft benutzen möchte, «muss er klare Aussagen machen und auch Vorgaben erfüllen». Schliesslich werde ein Teil der Anlage auch für mehrtägige Kurse vermietet. Man werde im Fall einer mehrfachen oder längeren Nutzung als Asylunterkunft auch prüfen, ob es für die Umnutzung ein Baugesuch brauche. Für Balmer ist zentral: «Die Asylunterkunft darf die Bevölkerung nicht tangieren. Wir wollen keine Unruhe im Dorf.»

Für den Fall, dass der Kanton das Zivilschutzzentrum über die Festtage als Asylunterkunft öffnen muss, hat Balmer die nötigen Schritte aufseiten der Gemeinde bereits in die Wege geleitet. «Wir werden mit der Regionalpolizei vor Ort prüfen, ob die Sicherheit gewährleistet ist.» Auch beim Eintreffen der Asylsuchenden will Balmer selbst vor Ort sein, um sich ein Bild zu machen. «Wir erwarten, dass die Asylsuchenden eng betreut werden.»

Betreuung durch ORS Service AG

Mit der Betreuung selber hat die Gemeinde nichts zu tun. Diese wird laut Bruder von der ORS Service AG wahrgenommen. Das Unternehmen betreut unter anderem bereits die Asylsuchenden in den vier Geschützten Operationsstellen Aarau, Baden, Laufenburg und Muri, die der Kanton maximal belegen will.

Alle unterirdischen Unterkünfte will der Kanton «so kurz wie möglich und so lange wie nötig» nutzen. Eine oberirdische Entlastung bringt Anfang Jahr das geplante Asyl-Dorf im A3-Werkhof in Frick. In den beiden Hallen sollen 300 Asylsuchende in 60 Ikea-Häusern untergebracht werden. Bruder macht aber auch klar: «Die geplante Infrastruktur in Frick reicht allein nicht aus, um die unterirdischen Unterkünfte abzulösen.»

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