Seit dem Aus für den Circus Nock sind drei Monate vergangen. Steigende Auflagen und Preise bei den Stellplätzen, verschärfte Tierschutzverordnungen und nicht zuletzt das mangelnde Publikumsinteresse zwangen den bis dato ältesten Zirkus des Landes nach 158 Jahren in die Knie. Die Nachricht war nicht nur für Zirkusliebhaber ein Schock. Auch im Fricktal – dort, wo der Familienbetrieb Jahr für Jahr in Oeschgen sein Winterquartier aufschlug – sorgte die Nachricht für Erschütterung.

Bereits wenige Tage nachdem der Zirkus seine Aufgabe bekannt gegeben hatte, eröffnete das Bezirksgericht Laufenburg den Konkurs. Hierzu inventarisierte das zuständige Konkursamt in Brugg die Aktiven – also etwa Sachgegenstände oder liquide Mittel –, die sich im Besitz der konkursiten Circus Nock AG befanden. In einem zweiten Schritt veröffentlichte das Konkursamt den Schuldenruf im kantonalen Amtsblatt. Bis zum 5. August hatten die Gläubiger Zeit, ihre Forderungen gegenüber der Circus Nock AG anzumelden.

Derzeit befindet sich das Konkursamt an der Zusammenstellung der Forderungen, die eingegangen sind. «Es gibt in etwa um die 50 Gläubiger», sagt der zuständige Konkursbeamte Patrick Ammann. Er schätzt die Forderungen, die gegenüber der Circus Nock AG eingegangen sind, auf 400'000 bis 500'000 Franken.

Zirkus-Familie Nock: Historische Bilder

«Erlös aus Konkursmasse wird nicht ausreichen»

«Der Erlös aus der Konkursmasse wird nicht ausreichen, um alle Forderungen zu bedienen», sagt Ammann. Er geht davon aus, dass die Versteigerung des grossen Zeltes, der Fahrzeuge und kleinerer Sachgegenstände wie etwa einem Stromgenerator zwischen 100'000 und 200'000 Franken einbringen könnte. Tiere oder Grundstücke befänden sich nicht unter den Aktiven der Circus Nock AG.

«Natürlich kommt mehr zusammen, wenn nicht nur einer, sondern gleich mehrere Bieter an einem Gegenstand Interesse zeigen», sagt Ammann. Einen konkreten Termin für die Liquidierung des Inventars gebe es derzeit noch nicht. Ammann hält jedoch Ende September für einen möglichen Zeitraum.

Mit dem Erlös aus der Konkursmasse werden die offenen Forderungen der Gläubiger, die sich in drei Konkursklassen unterteilen, bedient, erklärt Ammann. «Die Gläubiger einer nachfolgenden Klasse haben erst dann Anspruch auf den Erlös, wenn die Gläubiger der vorhergehenden Klasse vollständig befriedigt sind.»

So fallen etwa Lohnforderungen von Angestellten und Beiträge an die Pensionskasse in die erste Klasse. Zur zweiten Klasse zählen etwa Beitragsforderungen von AHV und IV. Alle übrigen Forderungen wie etwa Platzmieten oder Kosten für Strom fallen in die dritte Klasse. «Für die Bedienung der Forderungen aus der zweiten Klasse kann es bereits knapp werden», so Ammann.