Laufenburg

Zick-Zack-Dach und mehr Platz: Museum Schiff soll dank Millioneninvestition wachsen

Noch warten die Objekte auf ihre Ausstellung in Museum Schiff: Hans Burger mit einer Vase des Keramikkünstlers Hans Lifka und einem Stuhl aus dem Salon der Familie Fahrländer-Brentano.

Noch warten die Objekte auf ihre Ausstellung in Museum Schiff: Hans Burger mit einer Vase des Keramikkünstlers Hans Lifka und einem Stuhl aus dem Salon der Familie Fahrländer-Brentano.

Das Museum Schiff soll in den kommenden Jahren für über drei Millionen Franken erweitert werden. Der Präsident des Museumsvereins will sein Haus fit für die Zukunft machen.

Seit 40 Jahren hat das «Museum Schiff» in dem Jahrhunderte alten, ehrwürdigen Gemäuer in Laufenburg in der Fluhgasse ein Zuhause. Nun jedoch stösst es räumlich absolut an seine Grenzen, der Lagerplatz ist rar, die Regale vollgestopft, die Präsentationsflächen viel zu knapp.

Vereinsvorstandsmitglied Alois Schmelzer beschrieb in seinen Ausführungen anlässlich der 39. Generalversammlung den gegenwärtigen Zustand so: «Wir sind in der glücklichen Lage, viele Raritäten zu haben, Schätze und viele Originale, die zum Ansehen da sind und nicht dazu, in dunklen Ecken aufbewahrt zu werden.» 90 Prozent der Museums-Objekte seien «schützenswert, geschichtlich hochinteressant sowie von eindrücklicher Schönheit», so Schmelzer weiter. «Museen sind Orte des Erinnerns an unsere Geschichte, an bekannte Menschen, die Grosses geleistet haben.»

Für viele Stücke fehlt der Platz

Hier nimmt das Museum Schiff grenzüberschreitend eine ganz besondere Rolle wahr, es wird nicht nur eine gemeinsame Vergangenheit beider Städte Laufenburg dokumentiert, sondern im Verein wird auch gemeinsam gearbeitet.

Hannes Burger, Vereinspräsident, zeigte einige dieser Kostbarkeiten, für die ausreichende Räumlichkeiten fehlen, um sie angemessen auszustellen. Zum Beispiel das Fahrländer/Brentano-Zimmer, der Nachlass von Greti Grimmer, Keramiken des bekannten Künstlers Hans Lifka, eindrückliche Fotosammlungen von Renate Brutsche zum Schlössle, die komplette Sammlung des Fotografen Alfred Leoni, Bildersammlungen und vieles mehr. «Es ist ein riesiger Fundus an herrlichen Kostbarkeiten vorhanden, allein es fehlt der Platz, sie zu zeigen», bedauerte Präsident Burger.

Wie also kann Abhilfe geschaffen werden? Der Vorstand setzte sich mit dem Laufenburger Architekten und Geschäftsführer Roland Lenzin des gleichnamigen Büros für nachhaltiges Bauen in Verbindung, der eine Studie dazu erarbeitete. «Eine spannende Aufgabe und eine enorme Herausforderung», befand Roland Lenzin bei seiner Präsentation des Projekts auf der Generalversammlung des Museumsvereins. Und weiter: «Innerhalb des Gebäudes galt es, mehr Raum zu schaffen, behutsam zu modernisieren bei Erhalt und Aufwertung der alten, wertvollen Bausubstanz. Das Museum soll fit gemacht werden für die nächsten Jahrzehnte.»

Ansprüche, die es am Ort umzusetzen gilt. Denn benachbarte Häuser einzubeziehen oder gar ein Museumsneubau auf der grünen Wiese kamen nicht infrage. Architekt Lenzin zeigte dazu in Wort und Bild seine Vorstellungen: das Dachgeschoss zu sanieren, zweigeschossig ausbauen, bessere Nutzung der vorhandenen Ausstellungsräume, Nutzung des vorhandenen Anbaus für Ausstellungen.

In der Analyse formulierte er als Vorgabe und Ziel zugleich die Effizienz sowie die Einbindung der Denkmalpflege in die Gestaltung. Er zeigte in der Bestandsaufnahme alle schon bestehenden, baulichen Schwachstellen auf, erläuterte ausführlich sein Konzept, zeigte, wie trotz Sanierung und geschickter Modernisierung das Haus sein Äusseres und seine geschichtliche Tradition bewahren kann.

Kosten von 3,2 Millionen Franken

Ein neues, schräges Zick-Zack-Dach bringt jede Menge Licht in die Räumlichkeiten, lässt gleichzeitig jedoch keine Sicht ins Innere vom Schlossberg zu. Das Haus wird unter anderem barrierefrei gestaltet, ein Aufzug verbindet alle Geschosse, die gesamte Haustechnik wird erneuert.

Die Kosten dafür betragen total 3,2 Millionen Franken. An der Finanzierung werden sich der Kanton, die Gemeinde, das Museum «Schiff», die Denkmalpflege, Ortsbürger und zu einem kleinen Teil auch badisch Laufenburg beteiligen.

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