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«Zentrum Liebrüti»: Parkgebühr-Beschwerden sind vom Tisch

Heute liegt die Parkgebühr in Wohlen bei 80 Rappen pro Stunde. lis

Heute liegt die Parkgebühr in Wohlen bei 80 Rappen pro Stunde. lis

Reisebürobesitzer Armin Leuppi hat seine zwei Beschwerden gegen den Sondernutzungsplan «Zentrum Liebrüti» zurückgezogen.

Die Ankündigung des Gemeinderates, im Zentrum Liebrüti Gebühren für das Kurzzeitparkieren zu erheben, warf Anfang des Jahres hohe Wellen. Gewerbetreibende kritisierten das Vorhaben des Gemeinderates. Dieser hat das neue Parkregime im Sondernutzungsplan «Liebrüti Zentrum» auf Druck der Sektion Aargau des Verkehrs-Clubs der Schweiz (VCS) verankert. Demnach soll das Parkieren in der ersten Stunde Fr. 1.50 kosten, bisher war dort die erste Stunde gratis.

Projekt «Domus» voranbringen

Mehrere Gewerbetreibende befürchten, dass es nach der Umsetzung des neuen Parkregimes zu einer Abwanderung der Kunden kommt. Einer dieser Gewerbetreibenden ist Armin Leuppi, Besitzer des Reisebüros «Raurica Travel». Er legte gegen die Sondernutzungsplanung zwei Beschwerden ein – als Privatperson und als Gewerbetreibender. Auf Anfrage der AZ sagt Leuppi, dass er seine zwei Beschwerden zurückgezogen habe, um «die Realisierung des Grossbauprojektes Liebrüti Domus voranzubringen». So stellt die Bewilligung des Sondernutzungsplans «Liebrüti Zentrum» eine Voraussetzung für das Baugesuch des «Domus» dar.

Laut Gemeindeschreiber Roger Rehmann «liegt die Sondernutzungsplanung auf dem Schreibtisch des Regierungsrates zur Unterschrift bereit». Die Gemeinde rechnet damit, dass das Baugesuch für den «Domus» im September oder Oktober eingereicht werde. Das neue Parkregime werde jedoch erst eingeführt, wenn der Bau des «Domus» abgeschlossen sei. «Ziel ist es weiter, eine einheitliche Regelung der öffentlichen Parkraumbewirtschaftung in der Gemeinde einzuführen», so Rehmann. Damit könnten die Parkgebühren – erste Stunde Fr. 1.50, zweite Stunde Fr. 1.–, dritte Stunde Fr. 0.50 – auch auf Orte wie den Violahof-Parkplatz oder das Löwen-Parking adaptiert werden.

Dass nach dem Rückzug der beiden Beschwerden den Kurzzeit-Parkgebühren wohl nichts mehr im Weg steht, freut Fabio Gassmann, Geschäftsführer des VCS Aargau. «In Zukunft wird mit weniger umweltschädlichen Verkehrsmitteln eingekauft werden. Das ist gut für das Klima und die verstopften Strassen und führt zu weniger Lärm, Staub und Abgasen», sagt er. Eine weitere Massnahme, die er fordert, ist eine bessere Anbindung des Zentrums Liebrüti an den öffentlichen Verkehr. «Aufgrund der Dichte und Frequenz besteht dort ein hohes Potenzial», so Gassmann.

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