Frick
Zeitumstellung: Peter Frey, wer stellt in Ihrer Bijouterie alle 800 Uhren um?

Peter Frey führt in seinem Geschäft in Frick an die 800 Uhren. Wie trimmt er sie auf Sommerzeit?

Thomas Wehrli
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Die 800 Uhren im Laden von Peter Frey werden in Etappen umgestellt.

Die 800 Uhren im Laden von Peter Frey werden in Etappen umgestellt.

Thomas Wehrli

10 Uhr. Verflixt. Verschlafen. Der Puls schnellt innert Sekundenbruchteilen auf 140 (vorsichtig geschätzt). Man steht deutlich schneller, als dem Kreislauf lieb ist, vor dem Bett. Alles dreht sich. Ab, in die Pantoffeln, ab in die Küche, die Kaffeemaschine angeworfen. Schneller, schneller, schliesslich kommt doch die Schwiegermama zum Essen.

Und während man ungeduldig darauf wartet, dass die olle Maschine endlich aufgeheizt ist, während man unablässig mit dem Zeigefinger auf der Kaffeemaschine herumtippt, fährt die Erleuchtung ein wie ein Blitz: «Merde, es ist ja gar noch nicht zehn Uhr. Wir haben ja wieder Sommerzeit – und ich habe die Uhr noch nicht vorgestellt.»

Ein Albtraum? Sicher, aber den kann man noch toppen. Man stelle sich vor: Man wache am Morgen auf und Hunderte Uhren um einen herum klagen im Sekundentakt: Verschlafen, ticktack, verschlafen, ticktack. Diesen Zeit-Psychoterror könnte erleben, wer am Sonntag im Uhrengeschäft von Peter Frey in Frick aufwacht; wobei zu betonen ist: Daran hätte Inhaber Peter Frey nicht wirklich seine Freude.

Niemand muss eine Nachtschicht einlegen

800 Uhren hat er im Laden und in den Schaufenstern. Er lacht, als ihn die Schweiz am Wochenende fragt: Welcher arme Tropf muss all die Uhren umstellen? Und vor allem: Wann macht er das? Zur richtigen Zeit, also am Sonntagfrüh um 2 Uhr nachts?

Nein, sagt Frey, es werde niemand zur Nachtarbeit verdonnert. Und auch einen Kronen-Dreh-Krampf muss keiner seiner Mitarbeiter erleiden. «Wir stellen die Uhren nicht auf einmal um», erklärt er. «Das wäre nicht zu bewältigen.» Die Umstellung erfolgt in Etappen. Die erste Zeiger-vor-Welle bewältigt sein Team bereit heute Samstag – also Stunden vor dem Countdown. Ziel sei, so Frey, alle Uhren im Schaufenster bis zum Dienstag auf die richtige Zeit getrimmt zu haben. Er lacht. «Konfus macht uns die Mehr-Zeitigkeit nicht, versichert Frey.