Viermal hat der heute 27-jährige Zeininger Stefan Freiermuth das Basler Brysdrummle schon gewonnen, davon dreimal in Serie. Nach zwei Jahren Pause ist er nun am Wochenende wieder angetreten und hat am prestigeträchtigen Wettbewerb den zweiten Rang erreicht.

Herr Freiermuth, wie sind Sie
mit Ihrem Abschneiden am Brysdrummle zufrieden?

Stefan Freiermuth: Mein Vortrag ist mir nicht optimal gelungen. Aber es war dennoch eine gute Leistung. Ich bin sehr zufrieden und kann mit dem zweiten Rang gut leben.

Trommel: Die richtige Wahl ist entscheidend

Trommel: Die richtige Wahl ist entscheidend

Trommel ist nicht gleich Trommel: Es gibt Dutzende verschiedene Modelle und alle haben ihre spezifischen Eigenschaften. Niemand weiss das besser als Stefan Freiermuth, Geschäftsführer von Trommelbau Schlebach. Der gelernte Möbelschreiner baut und repariert Trommeln für Spieler aus der ganzen Schweiz. Auch die Schweizer Armee gehört zu seinen Kunden. Eine Besonderheit der Trommel ist das Fell. Freiermuth unterscheidet zwischen Kalb- und künstlichem Gewebefell. Welches Kunstfell er verwendet, verrät er nicht: Berufsgeheimnis. Eine Trommel mit Gewebefell sei robuster und wetterfester und komme darum vermehrt an der Fasnacht zum Einsatz. Hingegen benutzt er teurere Kalbfelle am Brysdrummle, weil sie einen besseren Klang hergeben.

Was hat nicht so gut gepasst, wie erhofft?

Ich bin mit einem etwas zu hohen Tempo in den Marsch eingestiegen. Daher gelangen mir, einige technische Passagen nicht optimal und die Musikalität blieb etwas auf der Strecke. Zudem war ich nach den ersten Schlägen überrascht, wie hart meine Trommel auf der Bühne geworden ist. Nach meinem Vortrag wusste ich, dass das Gezeigte wohl nicht zum Sieg reicht. Wäre ich in der Jury gesessen, hätte ich auch dem Sieger, Philipp Meyer, die besseren Noten gegeben.

Philipp Meyer ist ja auch kein Unbekannter in der Trommelszene.

Nein, im Gegenteil. Er war in den letzten Jahren oft nahe dran und stand schon mehrmals auf dem Podest. Er hat den Titel mehr als verdient. Ich gönne ihm den Sieg deshalb von Herzen.

Apropos Titel: Nach Ihren Siegen 2010, 2012, 2013 und 2014 haben Sie zwei Jahre nicht am Brysdrummle teilgenommen. Weshalb?

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass man etwa zehn Jahre pausiert, wenn man das Brysdrummle dreimal in Serie gewonnen hat. Aber ich bin erst 27 Jahre alt und ich wollte nicht meine besten Trommeljahre mit Pausieren verbringen. Zudem haben in diesem Jahr gleich mehrere ehemalige Sieger wieder am Wettbewerb teilgenommen.

Waren Sie vor dem Comeback am Brysdrummle nervös?

Ich setze mich sicher nicht mehr so unter Druck wie früher. Nervosität gehört aber zum Wettbewerb dazu. Ich weiss: Wenn es aufgeht, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass es wieder zum Sieg reichen kann. Auch Profisportlern gelingt nicht in jedem Wettkampf ein Sieg (lacht).

Sie zählten aber zum Favoritenkreis?

Die Erwartungshaltung an meine Person ist in der Trommelszene immer hoch. Viele haben gedacht, ich würde das Brysdrummle gleich wieder für mich entscheiden. Doch auch hinter dem Namen Freiermuth steht nur ein Mensch und keine Maschine.

Ist Ihr Ehrgeiz nach Rang 2 nun für weitere Teilnahmen angestachelt?

Solange es mir so viel Spass macht, werde ich sicher weiter trommeln. Seit ich ein eigenes Trommelbau-Geschäft habe, muss ich mir zwar Freizeit schaffen, um zu üben. Doch ich weiss, dass mir irgendwann wieder ein Wettbewerbsvortrag so gelingt, wie ich mir das wünsche.

Sind Sie auch weiterhin im Fricktal als Tambour aktiv?

Ich bin nach wie vor in der Fasnachtzunft Ryburg Aktivmitglied und bilde die Jungtambouren aus. Und ich werde auch versuchen, einige Stunden im Fricktal aktiv Fasnacht zu machen.