Zeiningen
Der «Zeiniger Märt» fällt erneut aus – auch aus Angst, dass die Coronamassnahmen nicht eingehalten werden

Bis zu 10'000 Besucherinnen und Besucher zog der traditionelle «Zeiniger Märt» in den vergangenen Jahren jeweils an. Nun wird der Markt wegen der Coronapandemie bereits zum zweiten Mal abgesagt. Die Organisatoren hoffen auf das kommende Jahr.

Nadine Böni
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Einmal im Jahr verwandelt sich Zeiningen in einen grossen Markt – dieses Jahr aber fällt der Anlass erneut aus.

Einmal im Jahr verwandelt sich Zeiningen in einen grossen Markt – dieses Jahr aber fällt der Anlass erneut aus.

Nadine Böni (27. September 2014)

Der Entscheid wird nicht unbedingt einfacher, nur, weil man ihn nicht zum ersten Mal trifft. «Es ist uns auch in diesem Jahr nicht leicht gefallen», sagt Peter Freiermuth vom Vorstand des Vereins Zeiniger Märt. Aber der Entscheid sei einstimmig ausgefallen: Der Markt, der traditionell immer am ersten Wochenende nach dem Bettag stattfindet, wird auch dieses Jahr abgesagt. Nach 2020 zum zweiten Mal, erneut coronabedingt.

Es ist die insgesamt dritte Absage des Marktes in dessen über 30-jähriger Geschichte. Bereits 2018 hatte der «Märt» ausgesetzt. Allerdings mit einem guten Grund: Das Dorf feierte schliesslich während dreier Tage sein 800-Jahr-Jubiläum.

Nicht so wie gewohnt

Zum Entscheid geführt haben mehrere Überlegungen. Da sind etwa die noch immer geltenden Vorschriften und Auflagen zur Eindämmung der Pandemie. Grundsätzlich wäre die Organisation eines Marktes möglich, sagt Freiermuth.

Die (meist) einheimischen Marktfahrer bieten Schmuck, Spielwaren, Kunsthandwerk, Landwirtschaftsprodukte oder kulinarische Leckereien.

Die (meist) einheimischen Marktfahrer bieten Schmuck, Spielwaren, Kunsthandwerk, Landwirtschaftsprodukte oder kulinarische Leckereien.

Nadine Böni (27. September 2014)

Der «Zeiniger Märt» besteche aber eben durch Lockerheit und Vielfalt, so Freiermuth. Jeweils um die 50 Marktfahrer – die meisten aus Zeiningen oder mit Zeininger Beteiligung – bieten ihre Waren an. Daneben gibt es diverse kleinere und grössere Beizli der Vereine und weitere Verpflegungsmöglichkeiten.

«Die Leute bummeln durchs Dorf, halten hier und dort einen Schwatz, kehren spontan in ein Beizli ein oder setzen sich bei einem Tisch dazu», sagt Freiermuth und fügt an:

«Dieses unkomplizierte Zirkulieren und Begegnen im Dorf macht den Märt aus.»

Das sei unter den gegebenen Umständen allerdings kaum möglich. «Es wären diverse Einschränkungen nötig, etwa Schutzkonzepte in den Beizli», so Freiermuth. Das widerspreche der Philosophie des Marktes.

Kommt hinzu, dass die Organisatoren durchaus Respekt davor haben, die allfälligen Massnahmen durchzusetzen. Peter Freiermuth denkt da an manch feuchtfröhlichen Markttag zurück. «Ich glaube, mit fortgeschrittener Stunde besteht die Gefahr, dass sich der eine oder andere nicht mehr an die Schutzmassnahmen hält. Dieses Risiko möchten wir nicht eingehen.»

Ganz oder gar nicht

Der Vorstand habe sich auch bewusst gegen einen reduzierten Märt entschieden. Freiermuth erklärt:

«Der Märt soll nachhaltig in guter Erinnerung bleiben und ein Anlass für Begegnungen und nicht für Einschränkungen sein.»

Auch von Seiten der Vereine und Marktfahrer habe man diesbezüglich eine deutliche Zurückhaltung gespürt.

Der Verein steckt die Hoffnungen deshalb nun ins kommende Jahr. Der nächste «Zeiniger Märt» soll am Samstag, 24. September 2022, stattfinden. «Dann wollen wir wieder mit voller Kraft zurück sein», so Freiermuth.

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