Zeihen
Zeiher Neubau: Morgensonne für Kindergärtler

Der Gemeinderat von Zeihen stellte das ausgewählte Projekt für den Kindergarten-Neubau vor

Karin Pfister
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Der neue Kindergarten kommt auf den heutigen Parkplatz hinter dem Gemeindehaus zu stehen. zvg

Der neue Kindergarten kommt auf den heutigen Parkplatz hinter dem Gemeindehaus zu stehen. zvg

Das Gemeindehaus und der Kindergarten in Zeihen sollen abgerissen werden, um Platz für ein neues Gebäude zu schaffen (die az berichtete). An der Gemeindeversammlung vom 26. Juni entscheiden die Stimmbürger einerseits über den Mietvertrag – die Kanzlei will sich in den Räumlichkeiten der heutigen Raiffeisenbank im Dorfzentrum einmieten – und andererseits über einen Verpflichtungskredit in der Höhe von 3,3 Millionen Franken für einen neuen Kindergarten.

Eine Jury, bestehend aus Gemeinderäten, Architekten und Vertretern der Schule, hat aus zwei Projekten – ein drittes Architekturbüro ist während der Planungsphase ausgestiegen – eines ausgewählt. Dieses wurde am Mittwochabend vorgestellt. Geplant ist, das momentan zerstückelte Areal zusammenzufügen.

Das neue Gebäude kommt auf den heutigen Parkplatz hinter dem Gemeindehaus – am Rand des Areals – zu stehen. Dadurch werde der Dorfplatz mit der Treppe aufgewertet, wie René Birri, ehemaliger Zeiher und Architekt, der dem Gemeinderat als Berater zur Seite stand, erläuterte. Für das Projekt verantwortlich ist der Generalunternehmer Furter Systembau AG in Dottikon. Entworfen wurde es vom Architekturbüro Felber Widmer in Aarau.

28 Parkplätze entstehen

Niklaus Widmer: «Geplant ist, den Hang in mehrere Stufen zu unterteilen. Unten bleibt der Dorfplatz mit dem Brunnen und der Treppe, auf der mittleren Stufe befindet sich der Eingang des Mehrzweckgebäudes, oben das Obergeschoss mit dem Kindergarten, der Richtung Schule ausgerichtet wird.»

Im Mehrzweckraum scheine dann die Abendsonne, durch die Fenster des Kindergartens leuchte die Morgensonne. Neben dem Gebäude Richtung Bühlstrasse sollen 28 Parkplätze entstehen; ebenfalls soll die Einmündung in die Bühlstrasse entschärft werden, damit die Verkehrssituation für die Kinder sicherer wird.

Im Erdgeschoss sind Mehrzweckraum, Küche, ein Foyer mit Garderobe sowie ein Lager- und Instrumentenraum geplant. Im Obergeschoss soll eine Kindergartenabteilung – rund 100 Quadratmeter gross – sowie Gruppenraum, Materialraum und ein Vorbereitungszimmer für die Lehrpersonen entstehen. René Birri: «Uns gefällt, dass das Konzept klare Schwerpunkte setzt. Der Mehrzweckraum ist Richtung Dorf gerichtet, das Kindergarten orientiert sich zur Schule.»

Gemeindeammann Thomas Dinkel: «Wir möchten so viel wie nötig, aber kein Luxusgebäude. Das ausgewählte Projekt erfüllt diese Voraussetzungen.» Nach längeren Diskussionen habe man sich entschieden, nur eine Kindergartenabteilung zu planen. «Es kommt in Zeihen höchstens alle zehn Jahre vor, dass aufgrund der hohen Kinderzahl zwei Abteilungen gebraucht werden.»

Falls doch einmal zwei Abteilungen geführt werden müssen, gäbe es die Möglichkeit, die zweite Abteilung im neuen Mehrzweckraum oder der Unterkirche unterzubringen. Ausserdem biete das ausgewählte Projekt, die Möglichkeit einen Erweiterungsbau anzuschliessen, falls Zeihen dauerhaft zwei Abteilungen hat.

Mittagstisch: erste Pläne

Der Mehrzweckraum werde einerseits von Vereinen gebraucht, so Dinkel weiter, andererseits werden in Zeihen auch die Tagesstruktur mit Mittagstisch und Randzeitenbetreuung zum Thema werden. Betreffend Mittagstisch gibt es erste Pläne. Katharina John von der Elterngruppe Zeihen: «Wir werden im Herbst eine Umfrage durchführen, ob im Dorf Bedarf nach einem professionell geführten und öffentlichen Mittagstisch besteht.» Die Elterngruppe könne sich vorstellen, bereits im nächsten Frühling – dann allerdings noch nicht im neuen Gebäude – mit ein Mal pro Woche zu starten.

Was mit dem frei werdenden Areal, auf dem der heutige Kindergarten steht und das der Kirche gehört, passiert, ist noch nicht klar. Ein Einwohner machte den Vorschlag, dort einen öffentlichen Spielplatz zu bauen. Thomas Dinkel: «Das wäre sicher eine gute Idee. Wir müssen Schritt für Schritt vorgehen. Zuerst muss die Gemeindeversammlung über den Neubau befinden, danach kann man weitersehen.»

Ebenfalls Thema war das Dorfmuseum, das im Untergeschoss des alten Gemeindehauses beheimatet ist und das im neuen Gebäude keinen Platz mehr hat. Urs Bürgi von der Kulturkommission: «Wir haben einen Umfragebogen an die Bevölkerung geschickt und werten momentan die Antworten aus. Viele der Antwortenden sprechen sich dafür aus, einen Sponsor zu suchen und das Museum zu erhalten.» Die definitive Auswertung der Umfrage werde er an der Gmeind bekannt geben.