Zeihen
Zeihener Pfarrhaus kann gemietet werden

Die Zeihener Kirchenpflege sucht Mieter für das leerstehende Pfarrhaus der römisch-katholischen Kirchgemeinde. Doch wer will die Räumlichkeiten mieten? Die Rahmenbedingungen sind nicht ganz einfach.

Claudia Meier
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Kirchenpflegepräsident Fabio Bussinger hofft, dass der Balkon des renovierten Pfarrhauses bald genutzt wird. CM

Kirchenpflegepräsident Fabio Bussinger hofft, dass der Balkon des renovierten Pfarrhauses bald genutzt wird. CM

Das Pfarrhaus der römisch-katholischen Kirchgemeinde neben der Kirche St. Karl im Dorfzentrum von Zeihen steht schon seit längerer Zeit leer. Momentan werden lediglich ein Büro als Pfarreisekretariat und ein Arbeitszimmer von Diakon Marco Heinzer genutzt. Dem verwaisten Haus mit schöner Aussicht soll aber bald wieder Leben eingehaucht werden. Doch die Rahmenbedingungen – für die (Zwischen-)Nutzung – sind alles andere, als einfach.

Grosszügiger Wohnraum

Das Gebäude aus den 1960er-Jahren wurde im Hinblick auf die Neubesetzung der Gemeindeleiterstelle modernisiert. Teilweise wurden Wände herausgerissen, um den Wohnraum mit der offenen, neuen Küche den heutigen Bedürfnissen anzupassen. Im ersten Stock wurde aus dem ehemaligen Nähzimmer der Pfarrköchin ein begehbarer Kleiderschrank. Passend zur grosszügigen Raumaufteilung wurde der Balkon vergrössert. Mit zwei Badezimmern im ersten Stock ist das Haus auch für eine Familie geeignet. Durch den Anschluss ans zentrale Heizungssystem mit Gemeindehaus und Schule wurden im Keller zusätzliche Räume frei. Eigentlich stellt das Haus mit Garten und Garage dank der unmittelbaren Nähe zu Schule, Kirche und Dorfladen eine privilegierte Wohnlage dar. Die Renovation wurde vor über einem Jahr abgeschlossen.

Als im vergangenen August Diakon Marco Heinzer als Gemeindeleiter eingesetzt wurde, war schnell klar, dass er mit seiner Familie für die befristete Anstellung von zwei Jahren nicht nach Zeihen ziehen wollte. Seither pendelt er von Aarau ins Fricktal. «Wir suchen nun Mieter mit Bezug zur Kirche oder sicher mit christlichem Gedankengut», sagt Fabio Bussinger, Präsident der Kirchenpflege.

In den vergangenen Monaten sprachen Mitglieder der Kirchenpflege erfolglos mit potenziellen Mietern. «Die letzte Absage kam im Januar», so Bussinger, «nun werden wir das Haus zur Vermietung ausschreiben.»

Schwierige Rahmenbedingungen

Der Umbau wurde offenbar absichtlich so ausgestaltet, dass jederzeit ein Gemeindeleiter oder Pfarrer einziehen könnte. Deshalb blieb es auch bei einem Hauseingang, der sowohl Zugang zur Wohnung als auch an zwei Nachmittagen pro Woche zum Sekretariat ist. «Wir setzen so ein klares Zeichen, dass wir einen Gemeindeleiter aufnehmen können», meint Bussinger.

Pastoralraum noch am Anfang

Wie es mit der Seelsorge in Zukunft weitergehen wird, hängt primär vom Pastoralen Entwicklungsplan (PEP) des Bistums Basel ab. Das Bistum soll neu in Pastoralräume gegliedert werden. «Beim Pastoralraum AG 20 – Frick, Gipf-Oberfrick, Oeschgen, Wittnau, Wölflinswil, Hornussen, Herznach, Zeihen – stehen wir noch ganz am Anfang, wie bei den meisten Pastoralräumen im Fricktal», so Bischofsvikar Christoph Sterkman.

Die Errichtung der Pastoralräume, die ursprünglich auf 2014 vorgesehen war, wird mehr Zeit beanspruchen. «Wir werden weiterhin Dienstwohnungen in Pfarrhäusern benötigen. Deshalb sind wir darauf angewiesen, dass allfällige Zwischennutzungen spätere personelle Besetzungen nicht verbauen», so Sterkman weiter. Das macht die Mietersuche für die strukturschwache Kirchgemeinde nicht einfach. Der Steuerfuss musste nicht zuletzt deswegen an der letzten Kirchgemeindeversammlung von 26 auf 28 Prozent erhöht werden. Kirchenpflegepräsident Fabio Bussinger präzisiert: «Das leerstehende Pfarrhaus kostet uns ein Steuerprozent.»

Möglich sind verschiedene Nutzungsvarianten. Die Monatsmiete dürfte sich zwischen 1600 und 1800 Franken bewegen. Das Sekretariat kann allenfalls ausgelagert werden. Offen ist weiter, ob zwischen den beiden Kirchgemeinden Hornussen und Zeihen ein Zusammenschlussvertrag zustande kommt. Hier ist die Landeskirche aufgefordert, ein neues Dekret auszuarbeiten, damit die Heiratsstrafe bei Fusionen von Kirchgemeinden entfällt.