Zeihen
Zeihen schreckt mit einer Bahn-Vision den Kanton auf

Der grosse Aufmarsch von gegen 70 Personen zeigt, wie das Thema öffentlicher Verkehr den Leuten in Zeihen unter den Nägeln brennt. Es geht um eine Machbarkeitsstudie «S-Bahn-Haltestelle in Zeihen», über die informiert wurde.

Ursula Meier-Birchmeier
Merken
Drucken
Teilen
Zeihen schreckt mit einer Bahn-Vision den Kanton auf
5 Bilder
Gemeindeammann Ueli Schenk bedankt sich bei den beiden Studenten Thomas Aellig und Thomas Roduner
Dozent Thomas Winzer mit den beiden Studenten
Reto Kobi und Christian Brodmann vom Kanton sowie Urs-Martin Koch von den SBB
Die Versammlungsteilnehmer in Zeihen beim anschliessenden Apéro

Zeihen schreckt mit einer Bahn-Vision den Kanton auf

zvg

Gemeindeammann Ueli Schenk begrüsste nebst den interessierten Einwohnern die beiden Studenten Thomas Aellig und Thomas Roduner mit ihrem Dozenten Thomas Winzer von der Hochschule Rapperswil (HSR), sowie Urs Martin Koch von den SBB und die Vertretungen des Kantons Aargau Reto Kobi Sektion öffentlicher Verkehr und Christian Brodmann Abteilung Raumentwicklung.

Schenk erläutert kurz, wie es zu dieser Machbarkeitsstudie «S-Bahn-Haltestelle in Zeihen» kam. Bei einer Standortbestimmung am Anfang der Amtsperiode wurde das Thema aufgegriffen, die Bahnlinie mitten durchs Dorf und keine Möglichkeit ein- und auszusteigen.

Die Vision angehen

Der neue Zeiher Bauverwalter Gregor Schweri hatte Beziehungen zur HSR und schlug vor, diese Vision anzugehen, was beim Gemeinderat Anklang fand. Vier Teams haben das Projekt angegangen. Schweri und Schenk waren in Rapperswil und haben sich die Projekte vorstellen lassen. Das Siegerprojekt wurde erkoren, das die beiden Studenten der Raumplanung im 6. Semester nun vorstellten. Sie zeigten auf, wie sie die Aufgabe angingen mit Standortevaluation, Analysen, ÖV-Güteklasse, Buskonzept, Standortwahl aus drei möglichen Vorschlägen, dann Umsetzung und das Fazit daraus. Die drei möglichen Vorschläge Zentrum, Boden (Stauftel) und ehemalige Station Effingen (Geisterbahnhof ) standen zur Auswahl.

Die Studenten stellten die Vision Boden näher vor mit allem was es für einen zukunftsgerechtem Bahnhof braucht. Die Verlängerung der S-Bahn 1 nach Basel ergäbe 9 Minuten Reisezeitverkürzung und Verlängerung der S-Bahn 12 nach Zürich keine Änderung der Fahrzeit. Das Buskonzept müsste angepasst werden, für den Anschluss der umliegenden Gemeinden. Es bräuchte „Park and Ride" sowie Kurzzeitparkplätze, Veloständer, Busschlaufe, Überführung und so weiter. Die Referenzbilder zeigten einen modernen Bahnhof mitten in der grünen Oase zwischen Zürich und Basel. Kosten für das Bahnnetz würden etwa 15 Millionen Franken betragen und der Bahnhof 4 Millionen Franken.

10 bis 15 Millionen Franken pro Jahr

Dozent Winkler erläutert die anderen Arbeiten der Studenten mit Standortwahl, Entwurf Haltepunkt, Bahnkonzept und Buskonzept mit den betreffenden Kriterien. Die Betriebskosten belaufen sich auf 10 bis 15 Millionen Franken pro Jahr. Welche raumplanerischen Veränderungen muss es geben, damit dies tragbar wäre? Sind solche Änderungen erwünscht? Wer ist bei den zukünftigen Erörterungen zu beteiligen und in welcher Form?

Bei der anschliessenden Diskussion, die rege benutzt wurde, musste Reto Kobi viel Auskunft geben. Vom Anschluss von Oberzeihen an den öffentlichen Verkehr über einen Zugshalt beim ehemaligen Bahnhof Effingen bis zur direkten Buslinie nach Frick - alle diese Wünsche wurden an den Vertreter des Kantons herangetragen mit dem Wunsch, dass er Zeihen nicht vergessen möge.

Mit einem Gutschein, natürlich von den SBB, und einem guten Tropfen aus dem Fricktal bedankte sich Ueli Schenk bei den beiden Studenten für ihre Projektarbeit. Auf die Frage an Ueli Schenk, wie es weitergehen soll, gab der Gemeindeammann zur Antwort: «Wir werden dranbleiben an der Verbesserung des öffentlichen Verkehrs.»