Zeihen
Nach dem Existenzkampf: Besucherzahlen lassen Vogelpark Ambigua die Sorgen vergessen

Die letzten 15 Monate überstand der Park mit über 400 Sittichen und Aras nur durch Spenden. Mit der Eröffnung zu Ostern gibt der Andrang an Besuchern Leiter Rolf Lanz Zuversicht. Neuer Publikumsmagnet sind die Webervögel, die kunstvolle Hängenester spinnen.

Dennis Kalt
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Nicht nur der blaue Ara auf seiner Schulter bereitet Rolf Lanz, Leiter des Vogelparks Ambigua, Freude – es sind auch die vielen Besucher.

Nicht nur der blaue Ara auf seiner Schulter bereitet Rolf Lanz, Leiter des Vogelparks Ambigua, Freude – es sind auch die vielen Besucher.

Dennis Kalt / Aargauer Zeitung

Der Ara, der in mit seinem Schabel die Nuss zermalmt, zaubert Rolf Lanz ein Lächeln ins Gesicht. Doch es liegt nicht nur an dem nachtblauen Vogel auf seiner Schulter, dass der Betreiber des Vogelparks Ambigua Grund zu Freude hat – es sind vor allem die vielen Besucher, die seit der Eröffnung an Karfreitag den Zeiher Park mit über 400 exotischen Vögel aufsuchen. Lanz sagt:

«Über Ostern verbuchten wir seit langem mal wieder an mehreren Tagen hintereinander Einnahmen.»

An den Sonntagen, so Lanz, liege die Besucherfrequenz rund 40 Prozent über den Sonntagen eines gewöhnlichen Jahres. Und auch samstags und mittwochs, den anderen beiden Tagen, an denen der Vogelpark derzeit geöffnet hat, sei einiges los. Viele der Besucher seien zum ersten Mal im Vogelpark, 50 Prozent kämen von ausserhalb des Aargaus, zehn Prozent der Besucher aus dem süddeutschen Raum. «Unser Schicksal und die Berichterstattung darüber, hat uns weit bekannt gemacht; uns Sympathie und Solidarität erfahren lassen», sagt Lanz, der aufgrund der pandemiebedingten Zwangsschliessung eineinhalb Jahre für das Überleben des Vogelparks kämpfen musste und auf Spenden angewiesen war.

Die Leute wollten nur noch raus

Auch habe man seit der Eröffnung das nötige Wetter-Glück gehabt. Weil die Gartenwirtschaften der Restaurants aufgrund des garstigen Wetters zu blieben, hätte so manch einer die überdachte Beiz des Vogelparks aufgesucht und sich dort eine Wurst oder ein Schnitzelbrot genehmigt und gleichzeitig die Vögel beobachtet. «Man spürt, dass die Leute einfach nur noch raus wollen», so Lanz.

In dieser Saison neu im Park: Webervögel, die kunstvolle Hängenester spinnen.

In dieser Saison neu im Park: Webervögel, die kunstvolle Hängenester spinnen.

Dennis Kalt / Aargauer Zeitung

Zum ersten Mal in dieser Saison im Park zu sehen, sind sogenannte Webervögel, die kunstvolle Hängenester aus Pflanzenfasern spinnen. Lanz sagt:

«Die Besucher bleiben vor der Voliere manchmal über eine Stunde stehen und schauen ihnen beim Bauen zu. Sie sind ein echtes Highlight.»

So manchen Blick auf sich ziehen auch die drei kleinen Weissbüschelaffen, die Ende letztes Jahr zu Welt kamen. «Sie haben sich prächtig entwickelt», sagt Lanz.

Das Ferienresort ist ausgebucht

«Ausgebucht» sei derzeit das «Ferienresort mit fünf Suiten», wie Lanz die vor einem Jahr eröffnete Pension für Papageien und Sittiche lachend nennt. «Es gibt einige, die im Homeoffice mal ihre Ruhe haben wollen. Zudem ist die Reiseaktivität innerhalb der Schweiz wieder gestiegen», sagt Lanz.

Wichtig sei nun, dass der Besucherstrom durch den Sommer weg anhalte und dass Lanz dieses Jahr im Winter in seiner Beiz Veranstaltungen durchführen könne, um Reserven anzuhäufen. Er sagt:

«Das ist matchentscheidend. Die Kosten für Futter, Arzt und Löhne laufen auch im Winter weiter.»

Denn noch einmal auf eine Spendenwelle angewiesen sein, das möchte er nun wirklich nicht.

Zu bestaunen im Park, gibt es auch Weissbüschelaffen. Der Vogelpark hält diese – neben weiteren Tieren – damit er eine Wildtierpflegerin ausbilden darf.

Zu bestaunen im Park, gibt es auch Weissbüschelaffen. Der Vogelpark hält diese – neben weiteren Tieren – damit er eine Wildtierpflegerin ausbilden darf.

Dennis Kalt / Aargauer Zeitung