Zeihen
«Ich musste mich exponieren» – der abgewählte Vizeammann spricht über Gründe seiner Schlappe

Michel Dietiker (SVP) verpasst die Wiederwahl in den Gemeinderat von Zeihen. Gerechnet damit hat er nicht. Mit seiner Politik zum Wohle der Gemeinde, und um etwas voranzutreiben, habe er sich jedoch nicht nur immer Freunde machen können.

Dennis Kalt
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Vizeammann Michel Dietiker wurde abgewählt und findet es schade, dass er wichtige Projekte der Gemeinde nicht mehr vorantreiben kann.

Vizeammann Michel Dietiker wurde abgewählt und findet es schade, dass er wichtige Projekte der Gemeinde nicht mehr vorantreiben kann.

Bild: zvg

Der Zeiher Vizeammann Michel Dietiker verpasst am Sonntag die Wiederwahl in den Gemeinderat. Gross ist die Enttäuschung beim SVP-Mann nach eigener Aussage allerdings nicht. Vielmehr tue es ihm leid, dass er seine Ratskollegen und die Verwaltung im Stich lassen müsse, weil er wichtige Aufgaben jetzt nicht mehr vorantreiben könne. Dietiker sagt:

«Ich habe bereits ein E-Mail von der Verwaltung bekommen, in dem das Wahlergebnis bedauert wird.»

Sechs Jahre amtete Dietiker im Zeiher Gemeinderat, davon zwei als Vizeammann. In den kommenden Jahren, so Dietiker, warten auf die Exekutive viele wichtige Aufgaben, die er gerne «als Motor» vorangetrieben hätte. Etwa den Abschluss der Bau- und Nutzungsordnung, das Managen der Investitionen im Rahmen des engen Finanzplans oder Fragen, die sich aus dem Wachstum der Gemeinde zur Infrastruktur ergeben, zählt er auf und sagt:

«Das müssen jetzt neue Kräfte übernehmen.»

Dietiker verhehlt nicht, dass er über seine Abwahl überrascht war, wenngleich er aufgrund seines Ressorts – Finanzen und Bauwesen –, in dem «man sich exponieren muss», nicht mit dem besten Wahlergebnis gerechnet hatte.

Dietiker nennt denn auch einen konkreten Grund für seine Abwahl: Weil er die Bewirtschaftung des Forstes mit einer Stelle auf der Gemeinde sowie dem Outsourcen von Aufträgen reorganisiert habe, habe sich der Forstbetrieb auf den Schlips getreten gefühlt und gegen ihn politisiert. «Im Endeffekt spart die Gemeinde mit dieser Umorganisation aber rund 20'000 Franken», so Dietiker.

Eine Kandidatur in vier Jahren schliesst er aus

Auch der öffentliche Aufruf aufgrund der Bauruinen, die Personen im Dorf verfallen lassen, habe ihn vielleicht die eine oder andere Stimme gekostet. Kaum negativ ausgewirkt habe sich hingegen die «Papierkorb-Affäre», glaubt Dietiker. Zur Erinnerung: Er hatte Heiner Keller gebeten, zukünftig seine E-Mails an «papierkorb@zeihen» zu richten, damit die Gemeinden Kosten sparen. Dietiker will sich nun ganz aus der Gemeindepolitik zurückhalten. «Jetzt sind die Neuen an der Reihe», sagt er. Eine Kandidatur in vier Jahren für den Gemeinderat schliesst er aus.

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