Ein Beitrag des Regionalsenders «Tele M1» sorgte in den letzten Tagen für viele Reaktionen: Auslöser waren Ramasan Duman und dessen Gewohnheit, täglich fünf Tassen Kaffee zu trinken. Das nämlich wollte er auch während seines einmonatigen Aufenthalts als Patient in der Reha Clinic Bad Zurzach. Dort kostet ein Kaffee in der Cafeteria allerdings vier Franken. Bis zum Ende seiner Reha hätte Duman also allein für den Kaffee mehrere hundert Franken zahlen müssen. Duman brachte deshalb kurzerhand seine eigene Kaffeemaschine mit – deren Gebrauch von der Klinik aber prompt verboten wurde, mit Verweis auf die Sicherheit und feuerpolizeiliche Gründe. Als Kompromiss stellte ihm die Klinik eine Kaffeemaschine zur Verfügung, bezahlen muss Duman nur die Kapseln.

Eine eigene Kaffeemaschinen – ist das erlaubt? Die AZ hat bei Fricktaler Kliniken nachgefragt, wie sie mit diesem und anderen Sonderwünschen umgehen. Verständnis für den Entscheid der Bad Zurzacher Klinik hat etwa Matthias Mühlheim, administrativer Direktor der Reha-Klinik in Rheinfelden. «Eine eigene Kaffeemaschine würde nicht toleriert», sagt er und verweist ebenfalls auf Sicherheitsgründe. «Einerseits wegen den Brandschutzvorschriften und andererseits wissen wir bei fremden Maschinen nicht, ob die Sicherheitsstandards gemäss unserer Gesetzgebung erfüllt sind.» Generell sei es deshalb in der Reha verboten, sogenannte «Heizgeräte» – also Geräte, die bei der Benutzung Wärme erzeugen – mitzubringen.

Wunsch nach Ventilatoren

Mit einem Fall wie in Bad Zurzach war allerdings auch die Rheinfelder Klinik noch nie konfrontiert. Auch der Kaffeepreis hat laut Mühlheim bisher keine Reklamationen ausgelöst. In der Cafeteria kostet ein Kaffee 3.40 Franken für Patienten und Besucher, für das Personal 1.70 Franken. Am Automaten kostet ein Kaffee 1.80 Franken.

Auch bei der Klinik Schützen in Rheinfelden hat der Kaffee-Preis noch nie zu Diskussionen geführt – kann er auch nicht: «Den Patientinnen und Patienten stehen auf den Abteilungen Kaffeemaschinen kostenfrei zur Verfügung», sagt Sarah Ochmann, Leiterin Marketing der Klinik.

Spezielle Anliegen seitens der Patienten kennen die Kliniken hingegen durchaus. «Wir versuchen, Sonderwünsche jeglicher Art zu erfüllen, wenn es möglich ist», sagt Matthias Mühlheim. «Konkret auf elektrische und elektronische Geräte bezogen, lassen wir Kleingeräte – etwa Elektrorasierer oder elektrische Zahnbürsten – zu.» Am häufigsten gewünscht würden unter anderem Ventilatoren, gerade während Hitzeperioden. Den Wunsch nach Ventilatoren deckt die Klinik mit eigenen Geräten ab. Das Gesundheitszentrum Fricktal nimmt auf Anfrage der AZ keine Stellung.