Missgeschick

Zahlungsbefehl landet fälschlicherweise im AZ-Postfach – was ist passiert?

Der AZ-Redaktor hat einen Zahlungsbefehl des Betreibungsamtes Basel-Landschaft erhalten. (Symbolbild)

Der AZ-Redaktor hat einen Zahlungsbefehl des Betreibungsamtes Basel-Landschaft erhalten. (Symbolbild)

Im AZ-Postfach landete am Freitagmorgen ein unverpackter Zahlungsbefehl – die Post nimmt den Fehler auf ihre Kappe.

Zeitungen, Werbung, Einladungen – dies findet der AZ-Mitarbeiter für gewöhnlich vor, wenn er am Morgen, bevor er das Büro betritt, das Redaktions-Postfach bei der Fricker Poststelle leert. Eher ungewöhnlich ist es, wenn ihm aus dem Postfach ein Blatt Papier aus einem Bündel Zeitungen entgegen flattert und es sich bei dem Schreiben um einen Zahlungsbefehl handelt, der unverpackt ist – besonders, wenn die AZ gar nichts mit der Betreibung am Hut hat. Erzähltes geschah am Freitagmorgen. Aus dem Zahlungsbefehl des Betreibungsamtes Basel-Landschaft, adressiert an den Schuldner, geht hervor, dass dieser, ein Marketing-Unternehmen aus dem Baselbiet, einem Autohändler aus dem oberen Fricktal eine Summe von knapp 6000 Franken für die Fahrzeugmiete schuldet. Dies seit Dezember des letzten Jahres.

Der Gläubiger ist nicht erfreut

«Das ist mehr als skurril», sagt der Inhaber und Geschäftsleiter des Unternehmens, das im vorliegenden Fall als Gläubiger auftritt. Der Autohändler bestätigt zwar, dass das Marketing-Unternehmen bisher «keine Anstalten gemacht hat, die offene Summe zu begleichen», und dass man darüber auch «nicht erfreut ist», es liege dem Unternehmen jedoch fern, dass man deswegen eine Kopie des Zahlungsbefehls erstellen würde, um diesen der AZ zuzuspielen. Zudem ist es nicht möglich, von aussen in das Postfach ein Blatt Papier, sei es auch noch so dünn, hineinzuschieben.

«Das sind vertrauliche Daten. Was da passiert ist, geht gar nicht», sagt der Geschäftsleiter des Gläubiger-Unternehmens und schiebt den Schwarzen Peter dem Betreibungsamt Basel-Landschaft zu. «Ich frage mich, wie sie es dort mit dem Datenschutz halten», so der Geschäftsleiter.

Sarah Küng, Mitarbeiterin beim Betreibungsamt Basel-Landschaft, erklärt, dass man nichts für den Fauxpas könne. «Das Betreibungsamt erstellt aufgrund des Betreibungsbegehrens des Gläubigers zwar den Zahlungsbefehl, für die Zustellung an den Schuldner ist jedoch die Post verantwortlich. Diese händigt den Zahlungsbefehl dem Schuldner aus.»

Die Post entschuldigt sich

Die Post nimmt den Fehler auf ihre Kappe. «Das hätte so eigentlich nicht passieren dürfen. Wo Menschen arbeiten, passieren aber leider auch Fehler», kommentiert Markus Werner, Verantwortlicher der regionale Kommunikation Nord der Post, das Missgeschick. Für Werner gibt es zwei Möglichkeiten, wie der Zahlungsbefehl in das AZ-Postfach geraten sein könnte. Entweder bei der Einfächerung, also beim Auffüllen der Postfächer bei der Poststelle in Frick, oder, was laut Werner wahrscheinlicher ist, bei einem Fehler in der vorgängigen Sortierung in der PostPrüfungsstelle in Basel. «Gut möglich, dass der Zahlungsbefehl dort versehentlich in eine Zeitung geraten ist», so Werner, «denn eigentlich hätte der Zahlungsbefehl gar nicht in das Fricktal geschickt werden sollen».

Die Post werde nun im Gespräch zusammen mit den lokalen Verantwortlichen prüfen, wie in Zukunft sichergestellt werden könne, solche Fehler zu vermeiden. «Wir entschuldigen uns in aller Form bei allen Beteiligten. Wir bedauern diesen Einzelfall ausserordentlich», sagt Werner.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1