«Das Hallenbad Oerlikon ist eines meiner Lieblingsbäder, vor allem weil ich dort meine Olympialimite unterbieten konnte», sagt der Mumpfer Schwimmer Yannick Käser in einem Porträt auf der Website des Schweizer Schwimmverbands Swiss Swimming. Er sagte dies im Rückblick auf die Qualifikation für seine ersten Olympischen Spiele in London 2014.

Nun hat die Lieblingshalle Käser wieder Glück gebracht. Am Donnerstag schaffte er über 200 Meter Brust in Oerlikon die endgültige Qualifikation für die Olympischen Spiele in diesem Sommer in Rio de Janeiro.

Am Freitag legte er dann über 100 Meter Brust nach und unterbot die Olympialimite von Swiss Swimming. Das Ziel, auch die Limite des Weltverbandes zu knacken, verpasste Käser schliesslich um 0,37 Sekunden. Dennoch holte er mit deutlichem Vorsprung die Goldmedaille und darf auch in dieser Disziplin weiter auf die Olympia-Teilnahme hoffen.

Zweitbeste Zeit der Karriere

2:11,86. So lautete die Zeit, die im Final der Schweizer Meisterschaften im 50-Meter-Becken auf der Anzeigetafel stand. Mit dieser Zeit holte sich Yannick Käser über 200 Meter Brust mit deutlichem Vorsprung die Goldmedaille.

Überhaupt schwamm der 23-jährige Fricktaler auf der Langbahn erst einmal schneller, und zwar an den Weltmeisterschaften im vergangenen Sommer im russischen Kasan. Dort lautete seine Endzeit 2:11,65 – gleichbedeutend mit Schweizer Rekord.

Beide Zeiten zusammen ergeben die definitive Qualifikation für die Olympischen Spiele. Mit dem Schweizer Rekord im vergangenen Sommer hatte Yannick Käser nämlich bereits die Olympialimite des Weltverbandes unterboten und brauchte «nur» noch eine Leistungsbestätigung.

Diese ist ihm in Zürich nun eindrücklich gelungen. Dies, obwohl er erst am Wochenende aus den USA, wo er studiert und trainiert, angereist ist. Eigentlich, so Käser, habe er sich erhofft, persönliche Bestzeit zu schwimmen. Das Ziel sei jedoch gewesen, sich definitiv für Rio zu qualifizieren. Das hat er erreicht. «Das bedeutet mir viel, es macht den Kopf frei. Nun kann ich gezielt und ohne Druck auf Rio hinarbeiten», sagte Käser gegenüber der Aargauer Zeitung.

Mit der Limite des Weltverbands in der Tasche sei die Saisonplanung zwar von Beginn weg auf die Olympischen Spiele ausgerichtet gewesen, so Käser weiter. «Dass ich den Leistungsnachweis aber bereits so früh im Jahr erreicht habe, gibt mir genug Zeit für einen ganz neuen Aufbau.»

An seinen ersten Olympischen Spielen 2012 in London schied der Schwimmer, der im Alter von acht Jahren der Fricktaler Sektion der Rettungsschwimmer und ein Jahr später dem Schwimmclub Fricktal beigetreten ist, im Vorlauf aus. Seine damalige Endzeit von 2:13,49 bedeutete Rang 24.

Damals sei im Zentrum gestanden, Erfahrungen zu sammeln und «olympische Luft zu schnuppern», so Käser. In diesem Jahr steckt er sich die Ziele höher. «Ich möchte sicher den Vorlauf überstehen und in den Halbfinal der besten 16 kommen», so Käser. Das würde einen weiteren Olympia-Lauf bedeuten, in dem er den Vorstoss in die Top 12 als Ziel nennt.

An den Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr hatte der junge Fricktaler den Halbfinal noch ganz knapp verpasst und den Wettbewerb auf Rang 18 beendet.

Letzter Schliff in der Schweiz

Den letzten Schliff vor den Olympischen Spielen wird sich Käser in der Schweiz holen. «Im Mai mache ich in den USA meinen Bachelor», erläutert er seine Planung, «im Juni komme ich dann in die Schweiz zurück, um die letzte Vorbereitung zu absolvieren.» Wohnen wird er im vorolympischen Monat wieder zu Hause in Mumpf, trainieren in Zürich.

Geht die Planung auf und erreicht Käser seine Ziele, dürfte ab August auch das Aquatics Stadium in Rio de Janeiro zu seinen Lieblingsbädern gehören.